Airbus-Proteste in Hamburg

Geplanter Konzernabbau stößt auf Ablehnung
© Pixabay

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten haben Airbus-Beschäftigte in Hamburg öffentlich gegen den geplanten Konzernumbau des Flugzeugbauers protestiert. Organisiert wurde die Kundgebung von der IG Metall und den Betriebsräten. Es sollen 1.000 Menschen teilgenommen haben. Zu der Kundgebung seien auch Kollegen von den Standorten in Bremen, Nordenham, Buxtehude, Varel und Augsburg gekommen. „Anstatt als größter europäischer Luftfahrtkonzern zu einer Stabilisierung der Branche beizutragen, führen die aktuellen Pläne von Airbus zu einer weiteren Destabilisierung, Unsicherheit und größerer Komplexität mit mehr Schnittstellen“, sagte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Hamburg, Ina Morgenroth.

Grund der Aktion

Hintergrund sind im Frühjahr präsentierte Pläne, die Flugzeugproduktion in Deutschland und Frankreich neu aufzustellen. Dazu sollen in den beiden Ländern jeweils neue Unternehmen gegründet werden, die vollständig zu Airbus gehören. Teile von Airbus und große Teile der Tochter Premium Aerotec (PAG) sollen in der neuen Gesellschaft aufgehen. Zudem ist eine neue Einheit mit Sitz in Deutschland geplant. Diese wird sich auf die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten konzentrieren.

„Eine Spaltung der Premium Aerotec und der Belegschaft von Airbus Operations wird es mit uns so nicht geben. Wir fordern eine verlässliche Zukunft mit Beschäftigungs- und Standortsicherung innerhalb des Konzerns für alle Teile von Airbus und der PAG“, betonte Morgenroth. Erst am vorigen Donnerstag hatten rund 600 Beschäftigte am PAG-Standort Varel an einer Protestkundgebung teilgenommen. Mitte Mai gab es bereits deutschlandweit an allen Airbus-Standorten vergleichbare Aktionen.

„Keine Zugeständnisse“

Betriebsräte und IG Metall werfen dem Management vor, auf Kompromissvorschläge nicht mit Zugeständnissen zu reagieren. Nach früheren Angaben des Konzernbetriebsratsvorsitzenden Holger Junge sind die Beschäftigten inzwischen bereit, Teile der geplanten Umstrukturierung zu akzeptieren und „auch schmerzhafte Veränderungsprozesse mitzutragen“. Im Gegenzug verlangen sie aber, dass Airbus für alle Standorte des Konzerns verbindliche Zusagen zu künftigen Arbeitspaketen und zur Beschäftigungssicherung gibt. Entsprechende Vorschläge habe man vor drei Wochen dem Management übermittelt, darauf aber nur eine unverbindliche Reaktion ohne jegliche Zusage oder konkrete Informationen erhalten.

APA/red

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