An Ryanair und Laudamotion

© Ryanair

Michael O’Leary

Dear Mister Michael O‘Leary,

Vorab: Ich bin noch nie mit ihnen geflogen. Sie verlieren also mit mir keinen Kunden. Ich hoffe aber, dass sie durch die folgenden Zeilen viele Kunden verlieren, die so wie ich denken, fühlen. Die ihre geizige, schäbige und miese Art des Geschäftemachens auf dem Rücken des wertvollsten Potentials, das sie hätten, nämlich ihre Mitarbeiter durchschaut haben. Und die künftig um ihre Billigairlines einen weiten Bogen machen. In ihrer letzten Presseaussendung haben sie wortwörtlich veröffentlicht, dass hier von der Gewerkschaft vida „gut bezahlte Arbeitsplätze“ vaporisiert wurden. Gute Gehälter? Gehälter, die unter der Mindestsicherung liegen? Ein Monatsgehalt von 845 Euro?

Das Ganze ist ein Masterplan. Eine Gewinnoptimierungsmasche, bei der Ihnen das Schicksal und das Wohlergehen der Mitarbeiter, die ihnen anvertraut sind, vollkommen Powidl ist. Wenn sie in ihrer Spaßrutsche in der irischen Zentrale in Dublin talwärts rutschen – schämt sich dann wenigstens Ihr heißer Hintern dafür, dass ihre Profitgier so menschenverachtend ist? Sie haben ein Privatvermögen von rund 960 Millionen Euro. Sie erwarten ernsthaft, dass Mitarbeiter um 845 Euro monatlich für sie arbeiten? Sie haben die Laudaair längst „ausgebanelt“, wie man bei uns in Wien so schön sagt. Die Flugrechte von Laudamotion sind bereits seit Anfang 2019 bei Ryanair. Den Standort Wien wollten sie schon längst aufgeben. Wir haben mit Mitarbeitern von ihnen gesprochen, die uns erzählt haben, mit welchem Druck hier gearbeitet wird. Diese haben sich bislang alle zurückgehalten. Über die Weisungen, die Behandlung von Fehlermeldungen, die Arbeitszeiten und die Stundenabrechnungsregelungen bei ihnen haben sie sich bis dato ausgeschwiegen. Aus Angst vor Verlust ihrer Jobs. Das fällt jetzt weg. Da werden ein paar auspacken. Das könnte noch heißer werden unter ihrem Hintern als das Rutschen auf ihrer Bürorutsche. Ich habe jedenfalls nicht das Geringste dagegen, wenn Ihr Unternehmen ausrutscht. Einen Bauchfleck hinlegt. Von der Bildfläche der internationalen Luftfahrt verschwindet. Mir tut jede Airline leid, die von Corona getroffen wurde. Ihre nicht. Ich bitte alle, die gesehen und verstanden haben, was sie und ihre willfährigen, charakterlosen und amoralisch menschenverachtenden Helfer in den letzten Monaten aufgeführt haben, künftig weder Ryanair noch Laudamotion zu buchen. Koste es, was es wolle.

Christian W. Mucha

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email