Angst vor möglicher deutschen Reisewarnung

Eine Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet würde dem ohnehin schon angeschlagenen Tourismus weiter zusetzen.
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Die vorherige Wintersaison ist aufgrund der Pandemie praktisch gänzlich ausgefallen.

Die heimische Tourismus-Branche beobachtet gespannt unseren Nachbarstaat Deutschland. Dort erwartet man nämlich für heute oder morgen eine Entscheidung des Robert-Koch-Instituts bezüglich einer etwaigen Reisewarnung. Diese wäre laut einem Branchenkenner der APA keine Überraschung. Demnach müssten ungeimpfte deutsche Reiserückkehrer nach einem Urlaub in Österreich zehn Tage in Quarantäne, wobei man sich nach fünf Tagen freitesten kann. Geimpften und Genesenen bleibt eine Isolierung erspart. Dennoch wäre eine Einstufung Österreichs zum Hochrisikogebiet eine massive Gefährdung für den österreichischen Tourismus, da Deutschland den wichtigsten Herkunftsmarkt darstellt. Zudem wird befürchtet, dass weitere Länder nachziehen.

„Wir haben schon im Vorfeld gehört, dass sie bisher nur verschoben wurde. Das hat natürlich jetzt unmittelbare Auswirkungen auf den Start der Wintersaison“, so Walter Veit, der Vizechef der Salzburger Hoteliervereinigung. Eine Reisewarnung würde besonders Familienurlaube platzen lassen, da die Impfstoffe für Kinder unter 12 Jahren nicht zugelassen sind und auch viele Kinder zwischen 12 und 16 Jahren – nämlich 60 Prozent – nicht geimpft sind. Zudem rechnet Veit damit, dass die Regierungen Großbritanniens, der skandinavischen sowie der Benelux-Länder ebenfalls Reisewarnungen verhängen. Diese zählen nämlich auch zu den wichtigen Herkunftsländern.

Sorge ums Überleben der Branche

Vor allem durch den Wegbruch wichtiger Herkunftsmärkte sei die Krise ohne staatliche Hilfen nicht mehr zu bewältigen, so Veit gegenüber ORF Salzburg. „Wir brauchen mindestens bis Saisonende die ermäßigte Mehrwertsteuer. Und wir brauchen zusätzliche Hilfen, damit wir die Mitarbeiter halten können und sie nicht komplett für die Branche verlieren.“ Ihm zufolge hätte die Politik die Durchsetzung notwendiger Maßnahmen wieder einmal verschlafen. Dementsprechend müssen sie nun auch für Untaten geradestehen und für die Unterstützung der Branche sorgen.

Der Vorarlberger Tourismus-Landesrat Christian Gantner sieht die Situation deutlich entspannter, wie er der „Kronen Zeitung“ gegenüber anspricht: „Es wird eine Wintersaison geben, denn selbst wenn uns die Deutschen als Risikogebiet einstufen, gilt eine Quarantäneregelung nur für Ungeimpfte.“ Zwischen 85 und 90 Prozent der deutschen Urlauber seien ohnehin geimpft. Reinhard Teufel, der freiheitliche Tourismussprecher Niederösterreichs, kritisiert in einer Aussendung zudem die Nicht-Anerkennung des Sputnik-Impfstoffes. Dadurch würde man osteuropäische Touristen, die bisher ebenfalls zahlreich Urlaub in den österreichischen Skigebieten machten, quasi aussperren.

APA/Red.

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