AUA braucht 750 Millionen Euro für den Sommer

Flughafen Wien setzt sich für die Staatshilfe der Fluglinie ein.
© Austrian Airlines AG

Die AUA (Austrian Airlines) ist wie viele andere Airlines als Folge der Corona-Pandemie gezwungen, mit ihren Flugzeugen am Boden zu bleiben, und sie braucht Staatshilfe. Die Verhandlungen darüber laufen, und sollen in einigen Wochen abgeschlossen sein. Dem „Standard“ (Ausgabe 8.4. abends) zufolge werden sogar Insolvenzszenarien durchgespielt.

„Wir brauchen Überbrückungshilfe“, wird AUA-Sprecher Peter Thier zitiert. Nach Informationen der Zeitung braucht die Airline allein rund 750 Mio. Euro, um bis zum Herbst durchzukommen. Im ORF war von 800 Mio. Euro die Rede. In Politkreisen wurden dem Vernehmen nach auch höhere Summen genannt.

Die österreichische Lufthansa-Tochter spricht mit dem Bund über staatlich garantierte Kredite ebenso wie über Zuschüsse. Die rund 7.000 Mitarbeiter sind vorerst bis 20. April in Kurzarbeit, in der Woche davor will der Vorstand über einen Kurzarbeits-Verlängerungsantrag entscheiden, dann aber schon wissen, wie und mit welchen Summen die Republik unter die Arme greift. Der Gedanke an eine Verstaatlichung gefällt den Beteiligten nicht.

Parallel zu den Verhandlungen um Staatshilfe beschäftigen sich die Gremien der AUA auch mit allen rechtlich möglichen Insolvenzszenarien und auch die Belegschaftsvertreter lassen die Unternehmenskennzahlen in diese Richtung abklopfen, heißt es in der Zeitung weiter. Zwar habe das Justizministerium in einem Covid-Gesetz festgeschrieben, dass Insolvenzanträge wegen Überschuldung bis Ende Juni nicht gestellt werden müssen, sofern das Unternehmen zahlungsfähig ist. Für die Zeit danach brauche es dann aber eine positive Fortbestehensprognose. Der Insolvenzgrund Zahlungsunfähigkeit sei nach wie vor aufrecht.

AUA-Sprecher Thier bestätigt, dass auch über das Thema Insolvenz beratschlagt wird: „Wir müssen uns natürlich auch mit schlimmen Szenarien auseinandersetzen, allein wegen der rechtlichen Sorgfaltspflichten“, sagte er dem Blatt. „Unser Ziel ist es aber, die AUA wieder flugfähig zu machen.“

Flughafen Wien ist für Staatshilfe bei der AUA

Der Flughafen Wien setzt sich für eine staatliche Rettung der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) ein. Es sei sehr wichtig, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner im „Kurier“ (9.4.), „dass die AUA die nicht selbst verschuldete Krise gut übersteht und das Drehkreuz Wien weiterbetreiben kann“.

In der „Wiener Zeitung“ sagte Ofner: „Für Wien und ganz Österreich ist ein starker Homecarrier mit internationalem Netzwerk von zentraler Bedeutung für den Standort. Das müssen wir unbedingt erhalten.“ Der Airport-Manager warnt, die meisten Airlines würden ohne staatliche Hilfen nicht überleben.

Die Bundesländer Wien und Niederösterreich halten je 20 Prozent der an der Flughafen Wien AG. Die AUA ist der größte Kunde des Wiener Flughafens. 43 Prozent der in Wien abgefertigten Passagiere flogen vor der Krise mit der AUA. Mit einer Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau rechnet die AUA frühestens 2023.

Kritisiert wird die Staatshilfe für die AUA von der Klimabewegung Fridays for Future. Sie meint, dass nicht Staatsgelder ohne jegliche Auflagen in „fossile Konzerne“ gesteckt werden sollen.

APA/red

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