AUA-Vorstand sieht Puffer für den Winter

In den ersten neun Monaten 2020 machte die Airline einen Verlust von 341 Mio. Euro.
© Astrian Airlines/Florian Schmidt

geparkte Maschinen von Austrian Airlines

Der AUA-Vorstand ist trotz eines zweiten Corona-Lockdowns in Europa zuversichtlich, keine neuen Staatshilfen zu brauchen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der nächste Sommer halbwegs normal läuft, wie AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Donnerstag (5.11.) in einer Pressekonferenz sagte. Die Airline werde mit ihrem Kapitalpuffer durch den Winter kommen, auch wenn im Schnitt pro Monat 40 Mio. Euro an Liquidität verloren gehe, wurde versichert. Mit einer zweiten Welle hat das AUA-Management in ihren Plänen so nicht gerechnet, es seien im Businessplan aber Reserven eingeplant worden. „Wir sehen jetzt, die zweite Welle ist da und wir brauchen diesen Puffer“, sagte Hoensbroech.

Die AUA hat heuer wegen der Krise vom Staat 450 und vom Mutterkonzern Lufthansa 150 Mio. Euro erhalten. Mit diesem Polster muss die Fluglinie jetzt überwintern. „Wenn der nächste Sommer, wie es von führenden Politikern in Aussicht gestellt wurde, wieder ein halbwegs normaler Sommer wird, dann kommen wir auch mit dem was wir hier vereinbart haben und mit dem was wir aktuell auf dem Konto haben über den Berg“, meinte der AUA-Chef.

Man brauche einen Sommer mit ungefähr 60 bis 70 Prozent Nachfrage, hieß es weiter. Derzeit liegen Angebot und Nachfrage unter 20 Prozent eines normalen Jahres. Fast alle der rund 6.600 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Nach Ablauf der Kurzarbeit hat die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben um gut 1.100 Mitarbeiter und 20 Flugzeuge zu viel. Der Vorstand hofft, die Kurzarbeit noch bis 2022 in Anspruch nehmen zu können.

Die AUA wird auch weitere Flugzeuge für längere Zeit stilllegen. Das betrifft auf der Langstrecke vor allem die Boeing 777, den größten Flugzeugtyp der AUA. Eine Boeing 777 wurde bereits in den USA in der Wüste geparkt, weitere könnten folgen. Aktuell ist die Fluglinie nur mit rund 30 der 80 Maschinen unterwegs, vor allem mit den kleineren Flugzeugtypen Embraer und Dash.

Reduziertes Programm in den nächsten Wochen

Die nächsten Wochen werden für die Airline hart. Von Mitte November bis Mitte Dezember sind nur 40 Destinationen im Programm, nicht mehr angeflogen werden unter anderem Bangkok, Bologna, Chicago, Jerewan, Klagenfurt, Köln, Kosice, Nizza und Podgorica. Das Angebot reduziere sich in diesem Zeitraum von rund 20 auf 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Große Hoffnungen setzt die AUA in die neuen Antigen-Schnelltests. „Mit den Schnelltests haben wir ein Werkzeug, um unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen“, so Hoensbroech. Ab 12. November sollen diese Tests auf der Strecke Wien-Hamburg-Wien verpflichtend sein. Vorstand Andreas Otto dachte aber bereits laut über einen Ausbau auf weiteren Strecken nach. Fraglich ist allerdings, ob Länder für die Einreise einen Schnelltest statt einem PCR-Test akzeptieren. Der AUA-Vorstand hofft, dass die Tests noch besser werden.

APA/red

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