Berliner Flughafen mit Milliarden-Verlust

Auch die Frage nach einem neuen Chef ist noch nicht geklärt.
© Flughafen Berlin Brandenburg

Der Flughafen soll erst ab 2025 ohne Steuergelder auskommen können.

Der Berliner Hauptstadtflughafen BER schrieb 2020 tiefrote Zahlen. Die Betriebsgesellschaft sagte, dass der gesamte Verlust bei 1,06 Mrd. Euro liege. Dieser Verlust kam nicht nur wegen den Corona-bedingt sinkenden Umsätzen zustande, sondern auch durch hohe Abschreibungen.

Unterstützung durch Eigentümer

Laut dem scheidenden Flughafen-Chef, Engelbert Lütke Daldrup sei der Flughafen durch die Pandemie stark gebeutelt worden. Im Jahr 2019 hatte man noch 36 Mio. Passagiere zu verzeichnen. Diese Zahl ist 2020 auf 9,1 Mio. Passagiere gesunken. Auch die Umsätze gingen um 239 Mio. Euro zurück. Aufgrund der Aussicht auf noch lang andauernde niedrige Erlöse, verbuchte der Flughafen außerplanmäßige Abschreibungen auf die neue Terminalstruktur. Diese beliefen sich auf rund 767 Mio. Euro. Somit sei das Eigenkapital zum Großteil aufgebraucht, hieß es von Seiten Lütke Daldrups. Unterstützung erhält der Flughafen von den Eigentümern. Der Bund, Berlin und Brandenburg gab gekannt, dass sie den Airport weiterhin finanziell stützen wollen. Dafür wurde im März eine Patronatserklärung unterzeichnet. In ihrem Businessplan setzt die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH auf Hilfen von rund 2,4 Milliarden Euro. Laufen soll dies über eine Teilentschuldung der FBB. Für dieses Vorhaben müsse die EU-Kommission noch grünes Licht geben. Die Gespräche dazu liefen bereits, sagte Lütke Daldrup. Der Flughafen-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass der Flugverkehr im Sommer wieder zulegen werde. Bis 2025 soll der Flughafen finanziell auf eigenen Beinen stehen.

Neuer Chef gesucht

Auch die Suche nach einem Nachfolger für Lütke Daldrup werde länger dauern als geplant. Laut FBB-Aufsichtsratschef, Rainer Bretschneider sei man schon in Gesprächen mit möglichen Kandidaten. Insider berichteten, dass die langjährige Airport-Managerin Aletta von Massenbach gute Chancen auf den Chefposten habe. Seit September 2020 ist die Juristen bereits Finanzchefin der FBB. Sie war über 20 Jahre für den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport AG, tätig. Von Massenbach leitete mehrere Projekte und Flughäfen im Ausland.

APA/red

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