Berliner Flughafen mit verringertem Angebot

Am morgigen Eröffnungstag wird mit rund 5.000 Fluggästen gerechnet.
© Flughafen Berlin Brandenburg/Günter Wicker

Auffahrt zum Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg

Am 31. Oktober 2020 wird der Großflughafen Berlin Brandenburg endlich eröffnet. Der im September 2006 begonnene Neubau hätte nach ursprünglichem Plan bereits im November 2011 eröffnet werden sollen. Durch fehlerhafte Bauplanungen und durch das Auftreten von vielen technischen Mängeln wurde der Eröffnungstermin immer wieder verschoben. Auf Grund der derzeitigen Corona-Situation werden auch nur etwa 5.000 Fluggäste am Eröffnungstag erwartet. Auch die Fluggesellschaften stellen sich auf ein verringertes Angebot ein.

Der bisher größte Anbieter in Berlin etwa, das britische Luftfahrtunternehmen Easyjet, hat sich mit den Gewerkschaften darauf geeinigt, die in Berlin im vergangenen Jahr stationierte Flotte von 34 Flugzeugen auf 18 zu reduzieren.

Die Fluggesellschaft bietet zum Auftakt 46 Strecken zu internationalen Zielen an, wie sie mitteilte. Im kommenden Jahr sollen es dann 70 Verbindungen sein. „Sollte die Nachfrage steigen, werden wir unser Flugangebot entsprechend ausweiten“, hieß es. Damit plant Easyjet für die Betriebsaufnahme am BER mit rund 180 Flügen pro Woche. Im Jahr 2019 waren es demnach von den Berliner Airports Tegel und Schönefeld aus rund 250 Flügen am Tag.

Die AUA-Mutter Lufthansa hat keine eigenen Flugzeuge am BER stationiert. Sie nutzt den Flughafen vor allem als Ausgangspunkt für Langstreckenflüge mit einmaligem Umstieg an den Drehkreuzen Frankfurt oder München. Für den Start am BER plant die größte deutsche Fluggesellschaft mit lediglich 30 Flügen täglich – etwa halb so viele wie vor der Krise.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings wiederum startet am 4. November erstmals vom BER, wie das Unternehmen mitteilte. 70 Flüge pro Woche will die Fluggesellschaft dann zunächst anbieten. Bei einem Großteil davon handelt es sich demnach um innerdeutsche Verbindungen. Von rund 300 geplanten Abflügen im Monat November gehen lediglich rund 16 ins Ausland. „Hier zeigt sich überdeutlich das Bild der Reiserestriktionen für die meisten Urlaubsländer Europas“, teilte ein Sprecher mit.

Auch die Billigfluggesellschaft Ryanair wird ihre Kapazitäten am BER für den Winterflugplan reduzieren, auf 40 Prozent des Vorjahres, wie das irische Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Rund 27 internationale Strecken will die Laudamotion-Mutter Ryanair dann noch bedienen.

Mangels Auslastung wird zunächst auch nur der Hauptterminal 1 eröffnet. Der schon fertiggestellte Terminal 2 soll laut Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erst im Frühjahr 2021 folgen.

APA/red

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