Bittere Osterfeiertage für Alitalia-Mitarbeiter

Die Gehälter wurden halbiert, der Rest soll überwiesen werden, sobald Regierungsgelder da sind.
© Pixabay

Die italienische Fluggesellschaft macht seit 2002 keinen Gewinn mehr und ist seit 2017 insolvent

Die Alitalia-Mitarbeiter haben eine Oster-Überraschung der anderen Art erhalten: Am Donnerstag sei jedem Arbeitnehmer nur die Hälfte des März-Gehalts überwiesen worden, erklärten die Gewerkschaften. Der andere Hälfte wird gezahlt, sobald die italienische Airline auf ihrem Konto den von der Regierung beschlossenen und von der EU- Kommission genehmigten Betrag von 24,7 Mio. Euro erhalten hat. Die Belegschaft hofft auf den Rest des Gehalts in den nächsten Tagen.

„Das Gehalt muss hundertprozentig bezahlt werden. Die Mitarbeiter leisten weiterhin ihren Dienst und haben den Betrieb des Unternehmens auch in diesen schwierigen Zeiten garantiert“, betonten die Arbeitnehmervertreter.

Klarheit über die Gehälter verlangt

Am Mittwoch demonstrierten Hunderte Alitalia-Mitarbeiter vor dem Industrieministerium in Rom und verlangten Klarheit über ihre Gehälter und die Zukunft des Unternehmens. Industrieminister Giancarlo Giorgetti beklagte einen „Stillstand“ bei den Verhandlungen mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager über die Zukunft der Fluggesellschaft. Die Gewerkschaften bestätigen eine weitere Protestaktion vor dem Industrieministerium am 14. April, da die „Situation mittlerweile unhaltbar“ sei.

Die Gewerkschaften drängen die Regierung, „sofort“ die neue Alitalia mit staatlicher Beteiligung zu gründen. Sie fordern einen „robusten“ Industrieplan, der „mindestens 75 Flugzeuge“ im Sommer 2021 und den „Schutz aller Arbeitnehmer“ vorsieht, erklären die vier Alitalia-Gewerkschaften.

Für ihr von der Coronavirus-Krise belastetes Geschäftsjahr 2020 hat die Alitalia einen Umsatzrückgang von 2,4 Mrd. Euro gemeldet. Das entspricht einem Minus von 90 Prozent gegenüber 2019. Der Verlust betrug im abgelaufenen Jahr 20 Mio. Euro, die operativen Kosten wurden um 2,2 Mrd. Euro reduziert. Verringert hätten sich unter anderem die Beratungsverträge sowie die Ausgaben für die Flugzeuge und für die Dienstwagen der Manager, berichtete das Management am Montag.

Die italienische Fluggesellschaft macht seit 2002 keinen Gewinn mehr. Zahlreiche Versuche, einen privaten Käufer zu finden, sind gescheitert. Das Unternehmen ist seit 2017 insolvent. Der Staat hatte der Airline bereits Überbrückungskredite in Milliardenhöhe gewährt.

APA/red

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