Boeing liefert im ersten Quartal mehr Jets aus als Airbus

Boeing lieferte 130 Maschinen, Airbus 127
©pixabay

Der weltgrĂ¶ĂŸte Flugzeugbauer Airbus hinkt bei der Auslieferung neuer Jets weiter hinterher. In den ersten drei Monaten des Jahres lieferte der Konzern 127 Maschinen aus und damit weniger als sein angeschlagener Konkurrent Boeing aus den USA, der auf 130 Maschinen kam. FĂŒr sein Jahresziel von rund 720 Flugzeug-Auslieferungen muss sich der europĂ€ische Hersteller weiter ranhalten.

An neuen Bestellungen mangelt es nicht: Airbus holte erneut mehr AuftrÀge herein als sein Rivale, der noch immer unter Problemen bei wichtigen Flugzeugtypen leidet.

An der Börse kamen zumindest Boeings Absatzzahlen entsprechend gut an. WÀhrend die Airbus-Aktie am Dienstagabend nach anfÀnglichen Kursgewinnen nahezu unverÀndert aus dem Handel ging, lag das Papier des US-Konzerns zuletzt mit rund einem Prozent im Plus. Airbus hatte seine Absatz- und Auftragszahlen bereits am Morgen veröffentlicht, die Mitteilung von Boeing folgte kurz vor dem europÀischen Börsenschluss.

Mit 127 ausgelieferten Flugzeugen fiel Airbus im ersten Quartal sogar unter das Niveau aus dem ersten Quartal 2022 zurĂŒck. Da hatte der Hersteller 142 Flugzeuge an seine Kunden ĂŒbergeben.

Im weiteren Jahresverlauf hatte er jedoch die Probleme in den Lieferketten immer stĂ€rker zu spĂŒren bekommen. Wegen fehlender Teile und knapper ArbeitskrĂ€fte musste Konzernchef Guillaume Faury sein Auslieferungsziel fĂŒr 2022 gleich zweimal kappen – zunĂ€chst von 720 auf 700 und dann auf weniger als 700. Letztlich ĂŒbergab der Hersteller netto 661 Jets an Kunden.

Bis Sommer 2023 rechnete Faury zuletzt mit wenig Entspannung in den Lieferketten. FĂŒr das Gesamtjahr hat er sich daher nur so viele Auslieferungen zum Ziel gesetzt, wie er fĂŒr 2022 ursprĂŒnglich geplant hatte. Die jĂŒngsten Zahlen untermauern dieses Bild: Von den angepeilten 720 Jet-Auslieferungen hat der Konzern im ersten Quartal erst 18 Prozent geschafft. Üblicherweise ziehen die Auslieferungen bei Airbus gegen Jahresende deutlich an.

Immerhin lief es im MĂ€rz deutlich besser als in den Monaten zuvor: Airbus ĂŒbergab 61 Jets an seine Kunden und damit fast so viele wie im JĂ€nner und Februar zusammen. Allerdings schnitt Boeing mit 64 Jets noch besser ab.

Der US-Konzern leidet seit mehreren Jahren unter hausgemachten Problemen bei seinen wichtigsten Flugzeugtypen, nicht zuletzt beim Mittelstreckenjet 737 Max, der ab MĂ€rz 2019 nach zwei tödlichen AbstĂŒrzen mit mehr als eineinhalb Jahren Flugverbot belegt war. Dessen Produktionszahlen liegen noch immer weit unter denen des Airbus-Konkurrenzmodells A320neo. Auch bei den Langstreckenjets der Typen Boeing 777 und 787 “Dreamliner” hagelte es immer wieder RĂŒckschlĂ€ge.

Bei den Neubestellungen hat Airbus inzwischen weiter die Nase vorn. Der Konzern holte im ersten Quartal neue AuftrĂ€ge ĂŒber 156 Flugzeuge herein, Boeing kam auf 120 Maschinen. Nach Abzug von Stornierungen kam Airbus auf 142 Bestellungen, bei Boeing blieben nur 56 StĂŒck.

Angesichts der EngpÀsse hat Airbus den Ausbau seiner Mittelstreckenjet-Produktion bereits weiter nach hinten verschoben. Die Zielmarke von monatlich 75 Jets der Modellfamilie A320neo soll erst 2026 erreicht werden. Damit dies gelingt, baut der Hersteller zwei neue Produktionslinien an seinen Standorten in Mobile (US-Bundesstaat Alabama) und im chinesischen Tianjin.

Zum Vergleich: Boeing will die Produktion seiner 737-Reihe bis zum Jahr 2025/26 von zuletzt 31 auf 50 pro Monat steigern. FĂŒr das laufende Jahr peilt das Management monatlich 50 Maschinen an.

APA/Red.

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