Budj Bim ist neues UNESCO Welterbe

Erstmals wurde die Kultur der australischen Ureinwohner gewürdigt.
© noble kommunikation

Das UNESCO-Welterbekomitee gab Mitte Juli 2019 bei einer Tagung in Baku/ Aserbaidschan bekannt: Das australische Budj Bim ist neue UNESCO Welterbestätte. Es ist dies somit die erste Stätte, die sich exklusiv mit dem kulturellen Erbe der australischen Aborigines beschäftigt.

In einem rund 100 Quadratkilometer großen Feuchtgebiet in der Nähe der bekannten Great Ocean Road im Bundestaat Victoria haben die Mitglieder des Gunditjmara Stammes vor rund 6.600 Jahren ein einzigartiges Aquakultursystem angelegt. Noch heute sind die Kanäle, Deiche, Teiche und Reusen sichtbar. Die Ureinwohner Australiens nutzten sie, um Aale und andere Fische zu fangen und um Hochwasser einzudämmen.

Einige der Kanäle sind mehrere hundert Meter lang. Sie sind aus dem basalen Lavagrund ausgehoben worden. Entlang der verzweigten Wassersysteme errichteten die Gunditjmara runde Häuser aus Basalt-Stein. Ursprünglich soll es rund 300 solche Gebäude gegeben haben. Noch heute prägen Überreste dieser die Landschaft.

Zusammenarbeit mit Aborigines

Die Budj Bim National Heritage Landscape umfasst eine Reihe von Kulturstätten und –landschaften. Unter diesen etwa den Lake Condah, den Muldoon’s Trap Complex und die Tyrendarra Indigenous Protected Area. Letztere wird noch heute für Zeremonien der lokalen Aborigines genutzt.

Bis heute leben übrigens Gunditjmara im Südosten Australiens. Für die Nominierung als Weltkulturerbe arbeiten Mitglieder des Stammes seit fünf Jahren eng mit der Regierung des Bundesstaates Victoria zusammen. Die Gunditj Mirring Traditional Owners Aboriginal Corporation bekam umgerechnet etwa 8 Millionen Euro für die Erschließung und Konservierung der historischen Überreste zur Verfügung gestellt.

Belebung des Tourismus

Die einzigartige Aquakultur soll auch den Tourismus beleben. Erwartet werden, dass in zehn bis 25 Jahren bis zu 150.000 Besucher jährlich die Weltkulturstätte besichtigen. In einem Masterplan ist auch die Berücksichtigung von nachhaltigen Aspekten festgehalten.

Die Region rund um die legendäre Küstenstraße Great Ocean Road zählt zu den bekanntesten Touristenzielen des Landes. Neben den Aquakulturen der Guntitjmara finden sich dort weitere bekannte Aborigine-Stätten, wie der erloschene Vulkankrater Tower Hill, in dem sich ein einzigartiges Öko-System entwickelt hat.

PA/red

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