Corona und das Reiseverhalten

Der Frühling steht vor der Tür und der Sommer bereits in den Startlöchern. Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Reiselust der Menschen zu. Doch was ist mit Corona? Wie beeinflusst die Pandemie das Reiseverhalten der EuropäerInnen?

Fernweh?

Die European Travel Commission ließ über 6.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa an einer Online Umfrage teilnehmen. Ziel war nach mittlerweile zwei Jahren Pandemie mehr über die aktuellen Reisegewohnheiten der Menschen in Erfahrung zu bringen.

Die Ergebnisse: Nur 61 Prozent der Befragten haben bis Ende Juni 2022 einen Urlaub gebucht, im Vergleich zum Vorjahr ist somit ein leichter Rückgang zu erkennen. Zu wenig Antworten auf zu viele Fragen nimmt den Menschen das Fernweh. Die ständig verändernden Ein- und Ausreisebestimmungen verunsichern. Ein möglicher Quarantäneaufenthalt schreckt ab. Konstant steigende Zahlen an Corona Neuinfektionen schüren das Angstpaket, laut Studie. Für knapp 60 Prozent muss ihre vollkommene Gesundheit gewehrleistet werden, damit sie ihren Urlaub überhaupt erst genießen können. Die Bevölkerung traut sich nicht mehr, in die Zukunft zu planen. Viel mehr wird im hier und jetzt gelebt, spontane Urlaube gewinnen an Attraktivität. Zwar weiß man schon länger, wo es hingehen soll, jedoch tatsächlich gebucht wird erst wesentlich später.

Doch wie kann man den Urlaubern die Angst nehmen? Neben kulanten Stornobedingungen kann ein umsichtiges Corona-Management zum Reisen verführen. Ob dies durch das Zielland oder die Flugbehörde gewährt wird, spielt dabei keine Rolle. Jedoch am effektivsten nimmt man die Angst durch eine Impfung, 13,5 Prozent behaupteten, sich dadurch sicherer in ihrer Reiseplanung zu fühlen. Hingegen ist die Saison der Schnäppchenjagd eher am ausklingen, gute Deals sind nur für 7,7 Prozent ein Volltreffer, wenn es um Reisemotivation geht.

Corona hat allerdings auch seine positiven Auswirkungen auf die Tourismusbranche. All die Ungewissheit lässt die EuropäerInnen regionaler denken. Heimische und Europäische Tourismusbetriebe freuen sich über einen Anstieg an Nächtigungen. Wurde der Aufenthalt auf einmal gebucht, verbringt man durchschnittlich mehr Tage an der ausgewählten Destination, als es noch vor Corona üblich war. Die EuropäerInnen greifen mittlerweile auch tiefer in die Börse, tendenziell wird mehr Geld für Urlaube ausgegeben.

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