Covid-Pleiten

Viele Hoteliers und Gastronomen haben wirtschaftlich kein Licht mehr am Ende des Tunnels gesehen – und mussten coronabedingt Insolvenz oder Konkurs anmelden. Darunter sind auch einige bekannte Betriebe und Betreiber. FaktuM hat sich umgehört.
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Nicht jedes Hotel überlebt den coronabedingten Lockdown und die Umsatzeinbußen

Am 23. Juli sorgte die Promi-Fernsehköchin und österreichische EU-Abgeordnete Sarah Wiener für Schlagzeilen: Wegen Umsatzrückgängen durch die Coronakrise müsse sie für ihre beiden Restaurants in Hamburg und ihr Catering-Unternehmen in Berlin Insolvenz anmelden, postete sie auf Facebook: „Für mich geht damit vorerst meine dreißig Jahre dauernde Catering- und Gastronomie-Ära zu Ende.“ Die 57-Jährige verabschiedet sich damit aber nicht vom Unternehmertum an sich. Zur Sarah Wiener Gruppe gehören noch andere erfolgreiche Geschäftszweige wie die Wiener Brot Holzofenbäckerei und das Gut Kerkow, ein Biobauernhof in der Uckermark mit eigener Tierzucht, Schlachtung, Wurst- und Fleischproduktion direkt auf dem Hof. Sie sind in keiner Weise betroffen, heißt es auf Anfrage von FaktuM.

Schon in der Zeit des Shutdowns hatte Wiener von einer „Vollkatastrophe“ für ihren Gastronomiezweig gesprochen. Besonders bitter sei die Pleite für ihre 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil weit über 15 Jahre mit ihr gekocht und gearbeitet haben. Zehn von ihnen konnten durch einen Betriebsübergang im Hamburger Bahnhof in ein Nachfolgeunternehmen übernommen werden.  

Summer Splash gibt auf

Ähnlich erging es Summer Splash-Erfinder Didi Tunkel. Splashline hat Ende Mai Insolvenz angemeldet. Als Grund gab das vor 25 Jahren unter dem Namen „Tu‘ die Reise“ gegründete Unternehmen für Maturareisen die durch Corona bedingte Absage aller Großveranstaltungen seit 10. März an, beginnend mit ÖBB S’COOL, dem größten Schulskikurs Österreichs im Kärntner Nassfeld. Das Risiko einer zweiten Coronawelle sei zu groß, so Tunkel. Und die ersatzlose Absage von „Summer Splash“ in Italien und „Springbreak Europe“ in Kroatien damit alternativlos gewesen. Unbeschwertes Reisen und Feiern sei unter den derzeitigen Rahmenbedingungen einfach nicht möglich. „Aufgrund unserer Rückerstattungspflicht der geleisteten Anzahlungen und ausbleibender Unterstützung durch die Bundesregierung müssen wir nun die Konsequenz unserer Entscheidung tragen“, heißt es auf der Homepage. Völlig unverschuldet stünden sehr hohe Vorfinanzierungen und Fixausgaben von 1,8 Millionen Euro null Euro Einnahmen in diesem Jahr gegenüber. 

 Vapiano gerettet, Maredo schließt

Infolge der Pleite in Deutschland und der Corona-Krise musste Vapiano auch in Österreich Insolvenz anmelden. Anfang Mai hat ÖBB-Caterer Josef Donhauser dann bekannt gegeben, ein Portfolio von zwölf der insgesamt 16 heimischen Restaurants zu übernehmen. Insgesamt sollen damit rund 500 Arbeitsplätze, davon rund 300 in Vollzeit, gerettet werden. Ab Mitte Mai sperrten die zwölf Standorte sukzessive wieder auf. Die restlichen vier blieben geschlossen.

Ein weiteres Beispiel eines bekannten Krisenopfers in der Systemgastronomie ist die Steakhausgruppe Maredo. Am 25. Juni hat die Gastronomiekette, die in Österreich zwei Lokale – in Wien und Linz – betrieben hat, am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Von der Pleite sind 51 Beschäftigte und über 50 Gläubiger betroffen, gaben die Gläubigerschutzverbände AKV, KSV1870 sowie Creditreform bekannt. Die Aktiva werden mit 20.873 Euro angeführt, dem stehen Passiva von rund 465.000 Euro gegenüber. Eine Wiedereröffnung erscheine aufgrund der strengen behördlichen Anordnungen und Beschränkungen laut Antragstellerin wirtschaftlich nicht sinnvoll, so der AKV in einer Aussendung.

Von Karin Martin

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