Deutsche Bahn präsentierte Konzernstrategie

Geplant ist ein 30-Minuten-Takt für große Städte und freies WLAN auch in Intercity-Zügen.
© Deutsche Bahn AG/Wolfgang Klee

Ein ICE auf der Fahrtnach Düsseldorf/Köln

Bei einer Klausurtagung der Deutschen Bahn in Potsdam wurde die neue Konzernstrategie des Unternehmens präsentiert: Die Deutsche Bahn will sich mit einem kräftigen Ausbau des Zugverkehrs in Deutschland wieder stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Im Fernverkehr soll sich die Zahl der Fahrgäste nahezu verdoppeln, in Regionalzügen um die Hälfte zulegen.

Alles, was sie tue, werde die Bahn auf „eine starke Schiene“ ausrichten, versicherte Vorstandschef Richard Lutz am Mittwoch. Die Deutsche Bahn zieht damit endgültig einen Schlussstrich unter frühere internationale Expansionspläne. Nach neun Jahren unter dem DB-Dach soll der europäische Bus- und Bahnbetreiber Arriva wieder verkauft werden. Ganz aus dem internationalen Geschäft zieht sich die Bahn aber nicht zurück. So will sie die internationale Logistiktochter Schenker behalten.

Investieren will die Deutsche Bahn vor allem in Mitarbeiter, neue Züge und Infrastruktur. Die Kapazität des Schienennetzes soll um 30 Prozent steigen – nicht nur durch neue Gleise, sondern auch durch Digitaltechnik, mit der die Züge dichter fahren können. Die Zahl der Fernverkehrszüge soll von rund 460 auf bis zu 600 wachsen.

Zu den Zielen zählt: 100 Prozent Ökostrom im Jahr 2038, ein Halbstundentakt für die Fernzüge in mehr als 30 Großstädten, doppelte Kapazität in den Bahnhöfen und einfachere Übergänge zu Fahrrädern, Bussen, Mietwagen und Tretrollern. Bis 2021 sollen alle Fernzüge kostenfreies WLAN erhalten – also auch Intercity-Züge.

Wie die Ziele der neuen Strategie im Einzelnen finanziert werden, blieb weitgehend offen. „Ziel und Fahrplan stimmen“, kommentierte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. „Jetzt muss noch eine starke Lok vorgespannt werden.“ Der Bund müsse kräftig Geld in die Deutsche Bahn stecken, den Konzern aber auch klarer und effizienter aufbauen.

Zuletzt hatte die Bahn Mühe, in Deutschland die steigenden Fahrgastzahlen zu bewältigen. 2018 fuhren trotz Zugausfällen und Verspätungen rund 148 Millionen Reisende mit Fernverkehrszügen, so viele wie nie. Dennoch machten sinkende Gewinne und steigende Schulden Investitionen in Netz, Züge und Personal schwieriger.

 

APA/red/TL

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