„Erpressung“ der Laudamotion-Belegschaft

CORONA SPEZIAL: Kurzarbeit ohne Zusatzbedingungen und rechtliche Hilfe akzeptieren, oder die Jobs gehen flöten - heißt es im internen Schreiben sinngemäß.
Laudamotion

Das Degoutante an der aktuellen Coronavirus-Krise sind jene Unternehmen, die Profit aus der Lage anderer schlagen wollen; oder die das Recht in Ausnahmesituationen in ihrem Sinne biegen wollen.  Eines der miesesten Beispiele – das auch andere Medien aufgreifen sollten – sind die Verhandlungen der Laudamotion.

„Unfassbar, wie in einer derzeitigen Situation die gesamte Belegschaft erpresst wird. Wieder mal mit einer Deadline bis Sonntag, sodass über das Wochenende natürlich keine rechtliche Hilfe organisiert werden kann“, tut ein Mitarbeiter von Laudamotion im Gespräch mit FaktuM seinen Unmut kund. „Die Firma will unseren rechtlich gewählten Betriebsrat nicht anerkennen, der gemeinsam mit der VIDA der Kurzarbeit zustimmen muss.“

Offener Brief

Sinngemäß heißt es im Schreiben von CEO Andreas Gruber an die VIE-Base, datiert mit 20. März 2020 (Freitag), dass man „heute“ Kurzarbeit für die Wiener Belegschaft beim AMS beantragen wolle. Um allen ein Minimum-Einkommen im April zu garantieren, die Jobs zu sichern, sowie die Zukunft der Airbus-Basis in Wien. Die Gewerkschaft VIDA würde auf die Anfragen auf Unterstützung nicht eingehen. Sie stelle stattdessen ungesetzliche Anforderungen ans Unternehmen. Es zeige sich nun klar, dass ehemalige Lauda-Beschäftigte und VIDA zusammenspielen, im Sinne von Austrian Airlines und Ex-Kollegen handeln und nicht im Interesse der 550 Piloten und Crew-Mitglieder basiert in Wien.

Ohne Kurzarbeit habe Laudamotion keine Chance, als das gesamte Personal im April zu kündigen. Die Flotte sei bis April am Boden. Die Basis in Wien werde geschlossen werden müssen und alle Jobs gingen verloren.

Die Mitarbeiter werden in dem Schreiben daher aufgefordert, ihr Einverständnis mit der Kurzarbeit bis 22.3. (Sonntag!) zu unterschreiben. Und der VIDA mitzuteilen, dass sie Lauda ohne Zusatzbedingungen unterstützen solle; oder einen legitimen Betriebsrat „heute“ (Freitag?) zu gründen, nur mit aktuellen Lauda-Mitarbeitern, damit die Bezahlung zumindest im April/Mai gesichert sei.

Verunsicherte Mitarbeiter

Am Montag Vormittag (23.3.) haben die Mitarbeiter noch keine Information darüber erhalten, ob sie ein Kurzarbeit-Modell haben werden oder nicht. Sie würden weder seitens VIDA noch seitens ihres Unternehmens über den aktuellen Verhandlungsstand informiert, heißt es. Dementsprechend hoch sei die Verunsicherung. Man sei auch enttäuscht vom Vorgehen der VIDA,  da hier der Eindruck entstehe, dass einer AUA-nahen Gewerkschaft offenbar das Scheitern einer Kurzarbeitslösung bei Laudamotion gar nicht so unrecht sei. Man fühle sich hier nicht wirklich vertreten, weil es keine Infos gibt.

„Leider muss man festhalten, dass seitens Laudamotion keine Information über die weitere Vorgehensweise an uns als Belegschaft weitergegeben wird und es bis zum heutigen Tag nicht geklärt ist, was mit uns passieren soll. Traurig, dass in solchen Zeiten wie wir sie jetzt mit Corona erleben, die Firma immer noch versucht die einzelnen Mitarbeiter auszuspielen“, so ein Mitarbeiter.  „Auch wurde uns im Dienstplan ohne Info und Rücksprache einfach Urlaub eingetragen. Definitiv nicht Urlaubsgesetz-konform.“

 

red

 

 

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