FTI: Unsicherheit geht weiter

Insolventer Reiseveranstalter sagte vorerst Reisen bis zum 15. Juli ab.
Adobe Stock

FTI-Kunden mĂŒssen weiter warten

Das Zittern unter den FTI-Kunden geht weiter: Findet die Reise statt oder nicht? Wie spannend das werden kann, zeigte das vergangene Wochenende. Erst spÀt am Freitagnachmittag gab der Insolvenzverwalter bekannt, dass Reisen nun bis zum 15. Juli gestrichen sind. Davor lautete der Termin: 11. Juni. Wer also zu dem Zeitpunkt eine Reise gebucht hat, darf nun schnell umdisponieren.

Nach dem 15. Juli, so das Ziel des Insolvenzverwalters Axel Bierbach, sollen die Reisen von anderen Reiseveranstaltern ĂŒbernommen werden. Dazu fĂŒhre man in den nĂ€chsten Wochen Verhandlungen.

Der Mitbewerb versucht unterdessen, die FTI-Kunden mit speziellen Angeboten fĂŒr sich zu gewinnen. Bei der TUI etwa werden fĂŒr Urlauber, die eine Reise mit FTI gebucht haben, alle Buchungen bis zum 30. Juni fĂŒr Reisen bis zum 31. Oktober ohne Anzahlung aufgelegt. Zudem können Flugpauschalreisen mit Charterflug bis vier Tage vor Abreise gebĂŒhrenfrei storniert werden. Diese Regelung gilt fĂŒr alle Neubuchungen ab 6. Juni im Abreisezeitraum 11. bis 25. Juni.

Dertour gewĂ€hrt fĂŒr alle seine Veranstaltermarken FTI-Kunden bei Neubuchungen bis zum 17. Juni in die Destinationen Ägypten, Griechenland, Kanaren, Mallorca, TĂŒrkei und Tunesien die Möglichkeit einer kostenfreien Stornierung bis drei Tage vor Abflug bei Reiseantritt bis 31. Oktober. Dazu wird die Anzahlungspflicht fĂŒr alle Kunden bis 16. Juni ausgesetzt. Dies ebenfalls bis Abreisetermin 31. Oktober.

Auf der anderen Seite verhandelt der Mitbewerb nun ĂŒber die frei gewordenen Kontingente. Ob dies dann auch zu unerwarteten SchnĂ€ppchenangeboten fĂŒhren werde, darĂŒber gibt man sich bei Dertour noch zurĂŒckhaltend. Denn: Bei steigender Nachfrage wĂŒrden auch die Preise mitziehen, so das Argument. Bei der TUI rĂ€umt man ein, dass es durchaus die Möglichkeit gebe, SchnĂ€ppchen auf den Markt zu bringen. Und zwar dann, wenn es FTI nicht gelingen sollte, einen KĂ€ufer zu finden. Und dadurch ungenutzte KapazitĂ€ten auf den Markt zurĂŒckkommen.

Wie sich der Markt nun nach der Insolvenz aufteilt, scheint noch nicht ganz klar. Zwar hat etwa die Aktie der TUI deutlich zugelegt, ÖRV-GeneralsekretĂ€r Walter SĂ€ckl rechnet allerdings damit, dass nicht nur die großen Veranstalter von der Situation profitieren wĂŒrden. Sondern sich der Kuchen relativ gleichmĂ€ĂŸig aufteilen werde.

Ganz ĂŒberraschend so SĂ€ckl, komme die Insolvenz nicht. Sie habe sich schon seit Jahren abgezeichnet. Eine große, ĂŒber FTI-Kunden hinausreichende Verunsicherung sei jedoch ausgeblieben. SĂ€ckl fĂŒhrt das nicht zuletzt auf die gute Absicherung bei Pauschalreisen zurĂŒck. Und rechnet damit, dass sich die Wertigkeit der Pauschalreise dadurch weiter erhöhen werde.

GefÀllt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner