Gastronomie aufsperren – und zwar sofort.

Ein Kommentar von Christian W. Mucha
© Pixabay

Die Stimmen mehren sich. Sie werden lauter. Die Welle des Protestes bundesweit geht hoch.
Der Tenor: Gastronomie aufsperren. Kontrolliert. Und zwar sofort.

Nun mag es viele unter unseren Lesern geben, die sagen: Klar, dass der Mucha f√ľrs Aufsperren der Gastronomie ist. Schlie√ülich verlegt er seit 46 Jahren die gr√∂√üte Gastronomiefachzeitschrift des Landes. Da muss er f√ľr seine Klientel ja eintreten.

Doch ich habe bis jetzt geschwiegen. Und mich an die Fakten gehalten. Und allen, die bei mir interveniert haben, gesagt, dass ich den Lockdown f√ľr die kl√ľgste Version halte. Auch wenn das immens schmerzt. Auch wenn es f√ľr unsere Betriebe ans Eingemachte geht.

Auch wenn das den Tod, das Sterben, die Pleite von ungez√§hlten Unternehmen im Gastgewerbe bedeutet. Auch wenn die Regierung s√§umig war mit den Zahlungen. Auch wenn die Unterst√ľtzungen nur schleppend geflossen sind. Auch wenn windige Vermieter keinen Millimeter von √ľberh√∂hten Mieteinnahmen nachgelassen haben. Siehe Wlaschek-Stiftung und Landtmann. √úbrigens eine der √ľbelsten Geschichte, die ich in den letzten Jahren geh√∂rt habe. ‚ÄěCharly Walker‚Äú, der alte Wlaschek, der immer ein guter Mensch gewesen ist, und den ich pers√∂nlich kannte, rotiert wahrscheinlich im Grab, wenn er sieht, wie seine Stiftungsvorst√§nde, die sein redlich erworbenes Geld heute verwalten, mit Menschen umgehen. Einfach erb√§rmlich.

Doch der Grund, warum ich nun f√ľr eine sofortige √Ėffnung eintrete ist ein rein sachlicher.

Und der hat mich im Gespr√§ch mit Rudolf Tucek, der immerhin jahrelang das √Ėsterreichische Verkehrsb√ľro und damit die gr√∂√üte Hotel- und Reisegruppe des Landes in lichte H√∂hen gef√ľhrt hat, √ľberzeugt:

Das Einkasteln, das Einsperren, der Lockdown hat dazu gef√ľhrt, dass alle Aktivit√§ten des Essens, des Treffens und der Kommunikation in den privaten Bereich verlagert wurde. Und was passiert im privaten Bereich von Wohnungen?

Obwohl die Regierung verzweifelt versucht hat, sich Zutritt ins Privatleben der Menschen zu verschaffen, sind Kurz, Nehammer, Anschober und Co. damit schmählich gescheitert.

Kein Innenminister, der im Amt bleiben will, √ľberlebt es, wenn die Uniformierten beginnen, in Wohnzimmern, Schlafzimmern und K√ľchen Nachschau zu halten, ob Abstand, Masken und Desinfektion eingehalten werden. Das ist genauso, als w√ľrde Kurz es wagen die generelle Impfpflicht einzuf√ľhren. Dann verliert er auf einen Schlage alle Impfz√∂gerer, -zauderer und Impfgegner. Dann ist die Regierung in k√ľrzester Zeit perdu. Weg. In der Versenkung verschwunden.

Wenn also alles in den privaten Bereich verschoben wird, dann ist jede Kontrolle unm√∂glich geworden. Die Ansteckungen passieren ‚Äď das ist mittlerweile klar ‚Äď genau im ungesicherten, ungesch√ľtzten privaten Bereich, wo das Verbreiten des Virus fr√∂hliche Urst√§nd‚Äė feiert.

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn man die Gastronomie √∂ffnet. Wenn die Menschen ‚Äď kontrolliert, reguliert und nach straffen Regeln ‚Äď in der √Ėffentlichkeit wieder essen k√∂nnen, speisen k√∂nnen, sich treffen k√∂nnen. Mit Ma√ü und Ziel. Nach vorgegebenen Regeln. Mit Mindestabstand. Mit Hygienevorschriften. Mit Masken.

Damit entsteht eine klare und logische Schlussfolgerung. Das Verschieben des gesellschaftlichen Lebens in den privaten Bereich steigert die Infektionen.

Das Wieder√∂ffnen der Gastronomie und das kontrollierte Kommunizieren in der √Ėffentlichkeit unter Aufsicht, nach strenger Reglementierung, wird die Infektionen einschr√§nken.

So einfach ist das.

Deshalb schwenken jetzt auch Spitzenpolitiker wie der K√§rntner Landeshauptmann Peter Kaiser um und fordern die unverz√ľgliche √Ėffnung der Gastronomie. Sie sind meiner Meinung? Dann schreiben Sie mir bitte an christian@mucha.at. Sie sind nicht meiner Meinung? Dann schreiben Sie mir unbedingt auch an christian@mucha.at

 

© Christian W. Mucha

 

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