Geschätzte FaktuM-Leserinnen und Leser!

Die Top-Branchen-News der ersten beiden August-Wochen hier für Sie zusammengefasst.
© pixabay

Ryanair drohte Lauda-Crews mit Jobabbau

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie uns in den letzten zwei Wochen während unseres Sommerurlaubes schmerzlich vermisst haben. Wir Sie auch. Deswegen geben wir Ihnen hier ein kurzes Update, was die wichtigsten Ereignisse der Branche waren, über die wir in dieser Zeit urlaubsbedingt nicht berichten konnten.

Ryanair drohte Lauda-Crews mit Jobabbau

Am meisten tat sich während unserer Sommerpause wohl bei den Airlines. In der 1. Augustwoche drohte Ryanair den Lauda-Crews mit Job-Abbau. Konkret hieß es im Schreiben der Geschäftsführung an die Mitarbeiter: Lohnkostensenkung oder 30 Kündigungen. Die Begründung: Lauda müsse die Produktivität verbessern, sonst würde die Airline scheitern. Die Heimatbasis Wien erwirtschafte ihre Verluste  (knapp 140 Mio. Euro im Vorjahr) auf Grund der hohen Kosten kombiniert mit einem niedrigen Produktivitätsniveau. Sollten die Maßnahmen nicht durchgesetzt werden, drohte Ryanair auch damit, eine eigne Basis in Wien zu etablieren und vier Boeing-Flugzeuge zu überstellen, die billiger betrieben werden könnten als die Lauda-Flotte. Die Österreich-Tochter wurde aufgefordert, bis 14. August 2019 einen Vertrag mit dem Betriebsrat abschließen.

Streit um Arbeitsbedingungen bei Billigfluggesellschaften

Nach einem Krisengipfel der Arbeitnehmervertreter in der zweiten August-Woche zeigte sich: Der Streit um die Arbeitsbedingungen bei den Billigairlines dürfte in den nächsten Wochen noch an Schärfe gewinnen. Es drohen Kampfmaßnahmen von Belegschaften gleich mehrerer Airlines am Flughafen Wien – möglicherweise noch in der Ferienzeit. Das hieße dann natürlich auch Beeinträchtigungen für die Passagiere. Am Krisengespräch beteiligt waren Arbeitnehmervertreter von Lauda, AUA, Eurowings und Level.

Insgesamt sollen bei der irischen Billigfluggesellschaft zur Zeit hunderte Jobs auf der Kippe stehen. Ryanair stehen Streiks in mehreren Ländern bevor. Während es den britischen Piloten hauptsächlich um bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung geht, geht es den Beschäftigten in anderen Ländern um nicht weniger als die Zukunft ihrer Standorte und ihrer Jobs. In Wien besteht die Sorge, dass Lauda-Flugzeuge aus Schwechat abgezogen und stattdessen in Faro/Südportugal stationiert werden könnten.

In Wien hat vergangenen Mittwoch eine Reihe von Betriebsversammlungen der Lauda-Beschäftigten begonnen. Diese sind im Laufen. Seitens der Gewerkschaft vida ist man empört über die Vorgangsweise gegenüber der Lauda-Belegschaft. Der Konflikt zwischen Management und Betriebsrat hat auch die Diskussion um einen Branchen-KV in der Luftfahrt wieder angeheizt.

AUA-Strecken nach Graz und Salzburg angezählt

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech hat jüngst die heiße Debatte um ein absehbares Ende von Inlandsflügen neu befeuert. Die Strecke Wien-Linz wurde von den Austrian Airlines schon eingestellt. Auch Graz schaue man sich natürlich an, und die Strecke Wien-Salzburg sei sicher eine, die man hoffentlich in einigen Jahren nicht mehr fliegen werde – meinte er.

Kritik kam umgehend aus der Steiermark: Wirtschaftskammerdirektor Karl-Heinz Dernoscheg argumentierte: Um Österreich konkurrenzfähig zu halten, brauche es, neben dem starken zentralen Standort Wien, auch attraktive Zubringer in den Bundesländern. Die Steiermark sei ein internationales Export- und Forschungsland. Man kämpfe daher vielmehr für eine Aufwertung des Grazer Flughafens als Hub für den gesamten Süden.

Nicht vorrangig die Umweltdebatte, sondern die Kosten im Kurzstreckenverkehr und die Konkurrenz der Bahn sollen für die Fluggesellschaften ein Argument sein, Ultrakurzstrecken einzustellen oder auf Streichlisten zu setzen. In Deutschland zieht sich etwa Ryanair aus dem innerdeutschen Flugverkehr zurück.

Venedig will umweltfreundlichen Kreuzfahrt-Tourismus fördern

Die Stadt Venedig will sich für die Förderung eines umweltfreundlichen Kreuzfahrt-Tourismus einsetzen. Der Präsident der Hafenbehörde der nördlichen Adria, Pino Musolino, zu der auch Venedig gehört, hat einen Brief an Kollegen anderer touristischer Städte wie Palma de Mallorca, Marseilles, Barcelona und Dubrovnik geschrieben und sie zu einem Treffen in die Lagunengemeinde eingeladen. Ziel sei, die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen der Kreuzfahrtindustrie auf die Städte zu besprechen und Richtlinien für einen nachhaltigen Umgang mit dieser Form von Tourismus zu entwickeln, hieß es im Schreiben von vergangener Woche. Eingeladen wurden etwa auch die Chefs der Hafenbehörden von Hamburg, Amsterdam, Malaga und den Balearischen Inseln.

Als Reaktion auf die Kollision eines Kreuzfahrt-Riesen mit einem Ausflugsschiff hatten in Venedig im Juni tausende Menschen gegen den Kreuzfahrt-Tourismus demonstriert. Zuletzt war die Rede davon, die großen Schiffe ab September ganz aus dem Zentrum der Lagunenstadt zu verbannen. Auch etwa auf der spanischen Ferieninsel Mallorca regt sich zunehmend Widerstand gegen den Kreuzfahrt-Tourismus.

Touristen dürfen nicht mehr auf Spanischer Treppe in Rom sitzen

Touristen dürfen nicht mehr auf der berühmten Spanischen Treppe in Rom sitzen und la Dolce Vita genießen. Polizisten seit Anfang August mit Trillerpfeifen Besucher, die sich auf den berühmten Marmorstufen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt ausruhen wollten. Der Stadtrat hatte im Sommer einen Erlass verabschiedet, der es untersagt, sich auf Monumente zu setzen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen von bis zu 400 Euro.

Verboten wurden auch weitere Verhaltensweisen, die den Stadtverantwortlichen ein Dorn im Auge sind – etwa das Baden in Brunnen und das Spazierengehen ohne T-Shirt oder Hemd. Rom will damit die Auswirkungen des Massentourismus unter Kontrolle bringen.

Auch andere italienische Städten versuchen mit strengeren Regeln, des Touristenansturms Herr zu werden. In Venedig beschloss der Stadtrat im Mai strikte Maßnahmen, um die UNESCO-Welterbestadt besser zu schützen. Das bekamen kürzlich zwei deutsche Touristen zu spüren: Sie mussten 950 Euro Strafe zahlen, weil sie an der berühmten Rialtobrücke Kaffee kochten.

 

APA/red

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