Guatemala City setzt auf Vorarlberger Seilbahnnetz
Ein neues Seilbahnprojekt von Doppelmayr soll ab 2028 für eine schnellere Verbindung zwischen Guatemala City und Mixco sorgen.
Der Vorarlberger Seilbahnbauer Doppelmayr erweitert sein Geschäft mit urbanen Verkehrssystemen in Mittelamerika. In Guatemala City soll mit der AeroMetro ein neues Seilbahnnetz entstehen, das aus zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 8,6 Kilometern besteht. Insgesamt sind zwölf Stationen vorgesehen. Doppelmayr bezeichnet das Vorhaben als eines der größten urbanen Seilbahnprojekte weltweit. Das Investitionsvolumen wird von Medien mit rund 200 Millionen Dollar angegeben, was etwa 173 Millionen Euro entspricht.
Deutlich kürzere Fahrzeiten
Die AeroMetro soll die Hauptstadt Guatemala City mit der nordwestlich gelegenen Gemeinde Mixco verbinden. Während die Fahrt auf der Straße derzeit bis zu zwei Stunden dauern kann, soll die Strecke mit der Seilbahn künftig in 32 Minuten zurückgelegt werden können. Die Anlage ist für eine Beförderungskapazität von 5.500 Personen pro Stunde und Richtung ausgelegt. Zum Einsatz kommen kuppelbare Gondelbahnen mit insgesamt 495 Kabinen. Jede Kabine bietet Platz für zwölf Fahrgäste. Die vollelektrisch betriebene Seilbahn soll an 360 Tagen im Jahr jeweils 17 Stunden täglich verfügbar sein. Die Fertigstellung der beiden Linien ist für 2028 vorgesehen.
Stadt sieht Vorteile für Verkehr und Infrastruktur
Guatemalas Hauptstadtbürgermeister Ricardo Quiñónez bezeichnete die AeroMetro als einen wichtigen Schritt für die Mobilität in der Stadt. Das Projekt könne zeigen, wie durch die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft neue Infrastruktur geschaffen werden könne. Die Verbindung dicht besiedelter Stadtgebiete mit wichtigen Einrichtungen wie Wirtschaftsstandorten, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sowie dem Flughafen soll die Erreichbarkeit zentraler Ziele verbessern. Auch Konstantinos Panagiotou, CEO von Doppelmayr Guatemala, verwies auf die Bedeutung des Projekts. Die AeroMetro stehe dafür, wie Technologie und Nachhaltigkeit zur Entwicklung urbaner Verkehrslösungen beitragen könnten.
Weitere Projekte in Lateinamerika
Doppelmayr ist seit knapp zwei Jahrzehnten mit urbanen Seilbahnsystemen in Lateinamerika vertreten. Die erste Anlage dieser Art errichtete das Unternehmen 2009 in Venezuela. Seitdem wurden weitere Projekte unter anderem in Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko umgesetzt. Nach Angaben des Unternehmens sind derzeit Seilbahnstrecken mit einer Gesamtlänge von rund 65 Kilometern in Betrieb. Weitere 50 Kilometer befinden sich aktuell im Bau.
(APA/red)