Hausgemachter Horror

Scheinbar völlig überraschend ist das eingetreten, was man sich zu Beginn dieses Jahres erhoffte: Die Menschen reisen wieder. Wollen Versäumtes nachholen. Und lassen sich dabei weder von Pandemie noch von Inflation abschrecken. Nur gewisse Airlines und Flughafenbetreiber haben nicht damit gerechnet. Und schädigen mit ihrem Dilletantismus die gesamte Branche.
©Martin Gross

Ab in den Urlaub. Rechtzeitig am Flughafen taucht man in die Menge derjenigen ein, die erwartungsvoll ihren Flieger besteigen wollen. Doch dann: „cancelled“. Warum auch immer, die Gründe erfährt man in der Regel nicht. Ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist: Wie komme ich in den nächsten Flieger, wo kann ich übernachten, wo ist mein Gepäck? Auskünfte, die man normalerweise von der zuständigen Person der Fluglinie bekommt. Wenn sie da ist. Umbuchungen, so hört man, seien tatsächlich problemlos. Schwieriger wird es dann schon, wenn es um die Übernachtung geht. Hier haben sich die Fluglinien einige Kontingente in der Nähe des Flughafens gesichert, in dem normalerweise die Gestrandeten untergebracht werden können. Normalerweise. In diesem Sommer kann es aber durchaus passieren, dass man sich selbst um ein Dach über dem Kopf kümmern muss. Denn mancherorts sind die Kontingente einfach voll. Nicht nur das – die Hotels sind an manchen Tagen komplett ausgebucht. Nicht nur, weil so viele Flüge gestrichen wurden. Wenn dazu noch ein Kongress oder sonstiger Event stattfindet, bleibt nur noch die hochpreisige Suite, wenn überhaupt. Wobei man noch zittern muss, ob das nicht aus eigener Tasche zu berappen sei. Alternativ gäb’s da noch die Übernachtung auf der Flughafenbank. 

Das Szenario wiederholt sich dann, wenn man wieder zum Flughafen kommt, um seinen nun umgebuchten Flug anzutreten. Manche Passagiere wurden drei Mal umgebucht, bevor sie endlich abhoben. Was den Nervenkitzel zusätzlich erhöht: Leuchtet es grün auf, wenn man durch das Boarding des umgebuchten Fluges schreitet? Oder gehört man zu jenen, die einfach noch obendrauf gebucht wurden, in der Hoffnung, dass einige gar nicht aufkreuzen?

So wird Urlaub zum echten Abenteuer. Was man dann an seinem Ferienort erlebt, kann dem wohl nicht das Wasser reichen. 

Stimmt schon: Die Situation ist nicht überall schlecht. Doch die Chance, dass man in Schwierigkeiten kommt, ist hoch. Denn die Lage an den Flughäfen wird durch die Situation bei den Airlines noch verschärft. Die Folge: zahlreiche Flugstreichungen. Beispiele: Britisch Airways strich vor Kurzem weitere 10.300 Flüge. Brussels Airlines reduzierte um 700 Flüge. Air Canada kündigte „umfangreiche Annullierungen“ im Sommer an. Lufthansa strich rund 3.000 Flüge. Auch Eurowings und Easyjet nahmen an dem Streichkonzert teil, um nur ein paar zu nennen. Auch die AUA hat zu kämpfen…

Von Ulrich Bentz

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