IG Metall befürchtet Verkauf von Airbus-Tochter

Österreichischer Investor Michael Tojner könnte zum Zug kommen
© Pixabay

IG Metall kritisiert Airbus für die Aufspaltung der deutschen Tochter Premium Aerotec.

Der Augsburger IG-Metall-Chef Michael Leppek befürchtet, dass Airbus seine Teilefertigung an den deutschen Standorten Augsburg und Varel sowie in Rumänien Ende des Jahres verkaufen wird. Mit dem Teil-Bösrengang seines Schweizer Zulieferunternehmens Montana Aerospace hat der österreichische Investor Michael Tojner soeben gut 400 Mio. Euro für weiteres Wachstum und Zukäufe eingenommen. Hier sieht Leppek eine Chance. „Das würde passen“, sagte er zu der Deutschen Presse-Agentur.

2.000 Beschäftigte betroffen

Von den Konzernplänen seien alleine in Augsburg 2.000 Beschäftigte der Airbus-Tochter Premium Aerotec betroffen. Für Dienstag hat die IG-Metall Airbus-Mitarbeiter zu deutschlandweiten Protestaktionen aufgerufen. Laut Leppek gäbe es in der Teilfertigung momentan eine Unterauslastung. Fluggesellschaften würden kaum Maschinen kaufen. „Niemand wisse wie es mit dem Fliegen weitergehen würde“. Es sei unklar wie sich die Nachfrage nach Geschäftsreisen und Urlaubsflügen mit Blick auf Corona und Klima entwickle. Auch Tojners Werke in Rumänien und Vietnam seien unausgelastet. Durch die Übernahme von Premium Aerotec könnte er sich Airbus-Aufträge sichern und seine Werke auffüllen.

Militärproduktionen nicht betroffen

Die IG Metall kritisiert, dass Airbus seine französische Tochter Stelia in den Konzern integrieren wolle, seine deutsche Tochter Premium Aerotec aber aufspalten und großteils verkaufen wolle. Deutschland und Frankreich gehören je elf Prozent des Airbus-Konzern. Auf Bundes- und Länderebene liefen Gespräche oder seien geplant. Rund 700 Premium-Aerotec-Mitarbeiter in Augsburg sind von den Umbauplänen nicht betroffen. Sie fertigen Teile für den Eurofighter und den Militärtransporter A 400 M an. Auch bei Airbus Helicopters im schwäbischen Donauwörth passiere nichts, sagte Leppek. Nach eigenen Angaben plane Airbus die Gründung eines neuen Global Players im Bereich der Einzelteil-Fertigung mit Sitz in Deutschland. Dieser soll aus der heutigen Aerotec hervorgehen. Er soll die „langfristigen Wachstumsperspektiven von Airbus und anderen, externen Kunden nutzen“.

APA/red

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