Italien richtet Tourismusfond ein

Fremdenverkehrsverband ENIT startet Kampagne in zwölf Ländern, darunter Österreich.
© Unsplash

Um dem von der Coronakrise schwer gebeutelten Fremdenverkehr unter die Arme zu greifen, richtet Italien einen nationalen Tourismusfonds ein. Ziel des Fonds, an dem sich die staatliche Förderbank CDP beteiligt, ist die Stützung des Tourismus, unter anderem durch die Verwertung von Immobilien wie traditionsreiche Hotels.

Zwei Milliarden Euro, die zum Teil aus dem EU-Wiederaufbauprogramm „Recovery Fund“ stammen, werden in den Fonds fließen. „Dieser Fonds ist ein wichtiges Instrument zur Förderung des Tourismus, einem Hauptelement der italienischen Wirtschaft“, berichtete Tourismusminister Dario Franceschini. Schließlich generiere der Fremdenverkehr 13 Prozent von Italiens Bruttoinlandprodukt (BIP) und 15 Prozent der nationalen Beschäftigung.

Viele Hotels seien renovierungsbedürftig und könnten mithilfe der vom Fonds zur Verfügung gestellten Ressourcen modernisiert und effizienten Umweltstandards angepasst werden. Die Regierung bemühe sich, dass italienische Hotels im Zuge der Krise nicht unter Kontrolle ausländischer Hotelgruppen geraten, womit die Identität der Strukturen verloren gehen könnte, meinte Franceschini.

Der Minister zeigte sich überzeugt, dass sich der Fremdenverkehr bald wieder erholen werde. „Der Wunsch ausländischer Touristen, Italien zu besuchen, ist nach wie vor vorhanden. Jeder will zumindest einmal im Leben Italien sehen. In Tourismus und Kultur zu investieren ist für diese Regierung nicht nur Pflicht, sondern eine wirtschaftliche Chance“, erklärte Franceschini.

Tourismus Kampagne

Zur Förderung des Tourismus-Neustarts beginnt der italienische Fremdenverkehrsverband ENIT mit einer Kampagne in zwölf Ländern, darunter Österreich. Ab Oktober werden Workshops organisiert, um Italiens touristisches Angebot in verschiedenen Bereichen, darunter Kongresstourismus und Hochzeiten, vorzustellen.

Auch der Papst thematisierte am Sonntag, dem Welttourismustag, die Folgen der Coronakrise für die Reisebranche. „Die Pandemie hat diesen Wirtschaftssektor, der für viele Länder so wichtig ist, hart getroffen“, sagte er am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Er wolle allen, die im Tourismus-Geschäft tätig seien, Mut zusprechen. „Ich hoffe, dass sich alle bald von den gegenwärtigen Schwierigkeiten erholen können“, so das Kirchenoberhaupt.

Der Welttourismustag am 27. September wurde 1980 von der Welttourismusorganisation (UNWTO) ins Leben gerufen. Er soll die Bedeutung des Tourismus für die internationale Gemeinschaft sowie seine Auswirkungen auf soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Werte weltweit bewusst machen.

 

APA/Red

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