Klage gegen Boeing stattgegeben

Aktionäre suchten wegen 737-MAX-Abstürzen Gericht auf
© Pixabay

Ein Richter hat die Klage der Boeing-Aktionäre gegen das Unternehmen zugelassen

Wegen zweier tödlicher Abstürze der 737-MAX zogen Boeing-Aktionäre gegen den Vorstand des Unternehmens vor Gericht. Ein Richter im US-Bundesstaat Delaware hat nun die Klage zugelassen, denn es sei erwiesen, dass der Vorstand darüber gelogen habe, ob und wie er die Sicherheit der 737-MAX überwacht hat.

Wie aus der Urteilsbegründung hervorgeht, sei der erste der beiden Abstürze eine „Warnung“ in Bezug auf einen Fehler im Sicherheitssystem MCAS gewesen, „die der Vorstand hätte beachten sollen, aber stattdessen ignoriert hat“. Dass der Vorstand wissentlich versagt habe, zeige sich auch darin, dass zum damaligen Zeitpunkt erklärt wurde, bestimmte Maßnahmen zur Überwachung der Sicherheit ergriffen zu haben, welche jedoch in Wirklichkeit nicht durchgeführt wurden.

Dave Calhoun, damaliger Boeing-Direktor und jetziger Unternehmenschef, hatte ausgesagt, dass der Vorstand nach dem ersten Absturz einer Lion-Air-Maschine „sofort und im Großen und Ganzen“ informiert worden sei und danach „sehr, sehr schnell“ zusammenkam. Auch nach dem zweiten Absturz sei der Vorstand binnen 24 Stunden nach dem Unglück zusammengekommen, um über ein mögliches Flugverbot der 737-MAX zu diskutieren. „Jede von Calhouns Darstellungen war falsch“, hieß es in der Gerichtsentscheidung.

Bei den Abstürzen der Maschinen von Lion Air und Ethiopian Airlines kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Die 737-MAX wurde von der US-Luftfahrtbehörde FAA mit einem 20-monatigen Flugverbot belegt. Nach einer Überholung unter strengen Auflagen kann sie nun wieder abheben.

 

APA/ Red.

 

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