Klage wegen Zwangsuntersuchungen am Flughafen

Passagierinnen nach Fund von Neugeborenem gynäkologisch untersucht
© Pixabay

Auf dem Flughafen in Doha ist ein Säugling in Plastik gewickelt auf einer Toiletten gefunden worden. Dies war scheinbar ausschlaggebend dafür, dass Frauen aus insgesamt zehn Flugzeugen eine gynäkologische Zwangsuntersuchung über sich ergehen lassen mussten. Nun will eine Gruppe von Betroffenen Katar aufgrund dieses Vorgehensweise verklagen. Sieben Passagierinnen planten demnach rechtliche Schritte, um „eine Botschaft an die kanarischen Behörden zu senden“, sagte der in Sydney ansässige Anwalt Damian Sturzakter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Frauen „kann man nicht auf diese Weise behandeln“, heißt es. „Die Gruppe von Frauen hat an dem betreffenden Abend, der nun etwas mehr als ein Jahr zurückliegt, enorme Qualen erlitten und leidet weiterhin unter den Folgen der Geschehnisse“, sagte Sturzaker. Zudem fordern sie nun eine förmliche Entschuldigung, eine Entschädigung und Schutz für zukünftige Passagiere.

Katar ist eine ultrakonservative muslimische Monarchie. Sex und Geburten außerhalb der Ehe können mit Gefängnis bestraft werden. Die Behörden kündigten Ermittlungen an, der Regierungschef entschuldigte sich. Anwalt Sturzakter beklagte jedoch, dass die betroffenen Frauen nicht über Verbesserungen der Flughafenverfahren informiert worden seien. Auch seien ihre Versuche eine Schlichtung zu erreichen, erfolglos geblieben. Insbesondere mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 befürchtete das Golf-Emirat einen nachhaltigen Image-Schaden. Die betroffenen Frauen wollten daher auch vor dem Event auf ihren Fall aufmerksam machen. Besucher des Turniers „sollten sich darüber im Klaren sein, dass (…) diese Ereignisse passiert sind und sich jederzeit wiederholen können“, sagte der Anwalt.

APA/ Red.

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