Kritik an Kurzstreckenflügen wird lauter

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird für ihren 60-Kilometer-Kurzstreckenflug verurteilt.
©unsplash

Ursula von der Leyen wurde 2019 zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt.

Aktuell hagelt es Kritik für die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Bei einer Geschäftsreise im Sommer flog diese nämlich läppische 60 Kilometer zwischen Wien und Bratislava mit einem Privatjet. Der Clue: Die Tour durch Europa bezog sich auf die Bekanntgabe der Coronahilfen, deren milliardenschwerer Aufbaufond zu einem Großteil auf klimafreundlichen Investitionen beruht. Zudem setzt sie sich schon seit ihrem Amtsantritt verstärkt für den Klimaschutz ein. Dafür hat sie den sogenannten „Green Deal“ ins Leben gerufen, im Zuge dessen auch Kurzstreckenflüge minimiert werden sollen. 

Ein EU-Kommissionssprecher rechtfertigte sich gegenüber der deutschen „Bild“-Zeitung wie folgt: „Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen. Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit.“ Weiters gab es Bedenken bezüglich der Pandemie, weswegen man der Kommissionspräsidentin keine Linienflüge oder Züge zumuten wollte. Zwischen Wien und Bratislava hingegen gibt es schon jedoch ohnehin seit längerem überhaupt keine Flugverbindung mehr.

„Ökologische Sünde“

„Unter dem Titel Klimaschutz einerseits Belastungspakete für Europas Bürger schnüren, aber andererseits selber exzessiv Privatjets nutzen: Das zeigt die ganze Verlogenheit von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und ihrem Green Deal“, so Harald Vilimsky, ein Europaabgeordneter der FPÖ, in einer Aussendung am Mittwoch. Mit diesem Verhalten könne man von der Leyen nicht mehr ernst nehmen.

Auch Michael Jäger, der Generalsekretär des Europäischen Steuerzahlerbundes, meldete sich zu Wort und bezeichnete den Ultrakurzstreckenflug als „ökologische Sünde“. Flüge wie diese würden nicht nur viel Steuergeld kosten, sondern auch „viel Zeit für Wege von und zu den Flughäfen und vor allem: viel Glaubwürdigkeit“. Rechnet man den Transfer zwischen den jeweiligen Flughäfen und Innenstädten dazu, kam die Präsidentin nämlich auf die gleichen 60 Kilometer, die sie auch über den Landweg zurückgelegt hätte.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke zeigte sich ebenfalls empört über die Entscheidung ihrer Parteikollegin und mahnte: „Wenn man Wandel will, dann muss man ihn auch vorleben. Ansonsten wird man unglaubwürdig.“

APA/Red.

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