Kroatien bemüht sich um Beruhigung

Innenminister: Situation sei nicht überall gleich - Auf Brac und in Dalmatien ist die Abreise der Österreicher spürbar.
© Pixabay, Ivan Ivankovic

Kroatien, im Bild Dubrovnik, ist nicht nur bei Österreichern ein überaus beliebtes Urlaubsziel

Das Tourismusland Kroatien versucht angesichts steigender Infektionszahlen im Land zu beruhigen. Länder wie Österreich, die zuletzte Reisebeschränkungen eingeführt haben, will Zagreb zu einer Entschärfung der Maßnahmen bewegen. „Wir kommunizieren intensiv, dass die Situation mit den Infektionszahlen nicht überall in Kroatien gleich ist“, sagte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic. Die Lage sei von Region zu Region unterschiedlich. „Insbesondere in Regionen, wo die meisten österreichischen Touristen hinreisen, ist die Lage sehr günstig“, versicherte der Innenminister, der auch den nationalen Corona-Krisenstab leitet, laut Regionalsender N1. „Österreichische Behörden wissen das. Ob sie diese Tatsache wegen ihrer Bürger auch berücksichtigen werden, liegt bei ihnen. Das ist ihre souveräne Entscheidung“, sagte Bozinovic.Auch der kroatische Gesundheitsminister Vili Beros warb in einem Interview mit dem „Kurier dafür, dass Österreich seine Reisewarnung auf einige Regionen beschränken solle. Mit einer „partiellen Reisewarnung“ könne Österreich die spezifische epidemiologische Lage in den einzelnen der insgesamt 21 kroatischen Regionen (Gespanschaften) berücksichtigen. „In zwölf haben wir eine sehr geringe Zahl an Neuinfektionen: weniger als zehn. In drei sogar nur einen Infektionsfall, und in drei weiteren Gespanschaften je drei Fälle. Diese Daten sprechen doch eindeutig dafür, dass Kroatien von Gespanschaft zu Gespanschaft partiell betrachtet werden und auf gar keinen Fall zu einem einzigen Corona-Hotspot ausgerufen werden sollte“, so Beros.

Zahlreiche Touristen, trotz Reisewarnung

Trotz der Reisebeschränkungen für Kroatien-Urlauber, die zuletzt Österreich und Italien verhängten und auch Slowenien überlegt, macht sich der kroatische Innenminister aber keine Sorgen über die Fortsetzung der Tourismussaison. „Es gibt derzeit 760.000 Touristen in Kroatien. Innerhalb von einem Tag kamen Zehntausende EU-Bürger nach Kroatien,“ betonte er laut Medienberichten. Auf der anderen Seite wird mitgeteilt, dass etwa in Dalmatien die Abreise von österreichischen Touristen zu spüren sei und Reservierungen storniert würden. Der Leiter des regionalen Tourismusverbands der Gespanschaft Split-Dalmatien, Josko Stella, bestätigte gegenüber N1, dass einige Hotels auf der Insel Brac, die traditionell stark von Österreichern besucht wird, nach der österreichischen Reisewarnung ihre Schließung angekündigt haben.

In Kroatien liegt die aktuelle Reproduktionszahl derzeit bei 1,84. Am Montag gab der nationale Krisenstab bekannt, dass in den letzten 24 Stunden 85 Neuinfektionen registriert wurden, allerdings wurden in dieser Periode nur 990 Tests gemacht, hieß es. Am Sonntag waren 151 Neuinfektionen registriert worden.

APA/red

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