Luffahrt: EU-Klimapläne verzerren Wettbewerb

AUA-Mutter Lufthansa und Luftfahrt-Chefs warnen
©Unsplash

Bisher ist offen, wie die Klimavorschläge der Kommission umgesetzt werden

Die Lufthansa und die Chefs der beiden größten deutschen Flughäfen haben im Zuge von EU-Klimaplänen vor Wettbewerbsnachteilen und Jobverlusten in Europa gewarnt. Carsten Spohr, Lufthansa-Chef, kritisierte die „gefährliche Schieflage“ für europäische Netzwerkairlines und Drehkreuze durch angepeilte EU-Regulierungen. „Es kann nicht im Interesse Europas und der EU sein, mit Fit for 55 die europäische Luftfahrt zu benachteiligen.“

Die Kommission schlägt durch das Klimapaket „Fit for 55“  für den Luftverkehr vor: verschärfte Emissionshandel, eine europäische Kerosinsteuer und verbindliche, deutlich steigende Beimischungsquoten für nachhaltige Kraftstoffe (SAF). Die Branche fürchtet, dass mit den entstehenden Kostenvorteilen Passagiere etwa in die Türkei oder den Nahen Osten umleiten könnten. Der Lufthansa-Konzern hatte mögliche Mehrkosten sich bis zum Jahr 2035 auf 15 bis 20 Milliarden Euro beziffert. Eine europäische Kerosinsteuer lehnt er ganz ab.

Steigende Preise

Studienergebnisse der Manager zeigen, dass durch die EU-Klimapläne Flugticketpreise über EU-Drehkreuze bis 2035 um 23 bis 29 Prozent steigen können.  260 000 direkte und indirekte Jobs in der Luftfahrtindustrie würden verloren gehen und 119 Millionen Passagiere jährlich abwandern. Direktflüge von Frankfurt nach Singapur könnten über eine Umsteigeverbindung via Istanbul ersetzt werden . Der Abschnitt von Istanbul nach Singapur fiele nicht mehr unter EU-Regulierung.

Emissionshandel und Treibstoffquoten bei Reisen müssten nach den Luftfahrt-Managern aus der EU gleich behandelt werden. Obgleich der Umsteigeflughafen in oder außerhalb der EU liegt.

APA/Red.

 

 

 

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