Lufthansa-Aktionäre stimmen Staatshilfe zu

Der Rettung der Austrian Airlines steht dadurch nichts mehr im Wege.
© Lufthansa Group

Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre AUA-Mutter haben am Donnerstag (25.6.) einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit einer Mehrheit von 98,04 Prozent zugestimmt. Das damit verbundene Hilfspaket über neun Milliarden Euro kann nun umgesetzt werden. Auch der AUA-Rettung in Österreich steht nun nichts mehr im Wege.

Die Austrian Airlines (AUA) werden mit 600 Mio. Euro gerettet, wurde am 8. Juni verkündet, doch die Zitterpartie bei der Mutter in Deutschland hatte das Paket auch vorübergehend wieder wackeln lassen. Je 150 Mio. Euro schießen die Republik Österreich und die Eigentümerin Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Mio. Euro schweren staatlich garantierten Bankkredit. Ein Mindestflugpreis kommt. Auch ein Sparpaket wird umgesetzt.

Im Ringen um das staatliche Rettungspaket erhöhte die Lufthansa-Spitze den Druck auf die Aktionäre noch einmal. „Wir haben kein Geld mehr“, sagte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns. Ohne das Unterstützungspaket von neun Milliarden Euro hätte die Airline laut Kley „in den nächsten Tagen“ die Insolvenz anmelden müssen. Nach der Annahme des Rettungsplans sagte Kley: „Wir schaffen das!“

Bei der ausschließlich im Internet übertragenen außerordentlichen Hauptversammlung verzichtete Großaktionär Heinz Hermann Thiele darauf, das Rettungspaket zu blockieren. Wegen der schwachen Beteiligung der übrigen Stimmrechtsinhaber (nur 39,3 Prozent waren präsent) hätte er mit seinem Aktienanteil von mindestens 15,5 Prozent Gelegenheit zu einer Blockade gehabt. Im Vorfeld hatte sich der Milliardär sehr kritisch über den seiner Meinung nach zu starken Staatseinfluss geäußert.

Lufthansa will Lohnkosten senken

Nachdem die EU-Kommission dem staatlichen Hilfspaket bereits zugestimmt haben, ist die Lufthansa auch mit den Gewerkschaften in Verhandlung über umfangreiche Kostensenkungen. Als erste hat ausgerechnet die streitbare Kabinengewerkschaft Ufo einem Krisenpaket zugestimmt, das Lufthansa auch ohne Kündigungen bis Ende 2023 mehr als eine halbe Milliarde Euro einsparen hilft. Neben verkürzten Arbeitszeiten, dem Verzicht auf bereits vereinbarte Lohnsteigerungen und Betriebsrentenzahlungen gibt es eine Vielzahl freiwilliger Maßnahmen, um Lohnkosten zu reduzieren.

Nach den drei bisher erfolgreichsten Geschäftsjahren war Lufthansa im März wegen der Corona-Pandemie geschäftlich abgestürzt. Die Barreserven der größten deutschen Airline verringerten sich zuletzt monatlich um 800 Mio. Euro, so dass die Zahlungsunfähigkeit drohte. Im ersten Quartal brockte die Corona-Krise dem Unternehmen bereits einen Verlust von 2,1 Mrd. Euro ein. Nach eigenen Angaben hat Lufthansa bereits eine Milliarde Euro an Kunden für abgesagte Flüge zurückgezahlt. Eine weitere Milliarde stehe noch aus.

APA/red

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