Neue Chefin für BER

Aletta von Massenbach strebt für das Unternehmen ruhigere Zeiten an
© Screenshot/ BER

Der BER bekommt eine neue Leitung

Deutschlands einstiger Skandalflughafen BER bekommt am Freitag eine neue Chefin. Nach jahrelangen Verzögerungen, Bauskandalen und Pannen am Hauptstadtflughafen von Berlin möchte nun die neue Chefin, Aletta von Massenbach, ruhigere Zeiten für das Unternehmen ansteuern. „Was mir wichtig ist: dass ich einen Beitrag leiste, dass wieder ein gewisses Vertrauen und eine Verlässlichkeit in die Arbeit der Flughafengesellschaft entsteht“, so die 52-Jährige. „Wir wollen ein normaler Flughafen werden.“ Dazu gehöre unter anderem auch „viel reden und zu erklären“.

Am neuen Flughafen ist derzeit nur da Hauptterminal T1 im Betrieb. Das ebenfalls fast fertige Terminal 2 ist aufgrund der geringen Auslastung geschlossen. Allerdings kommt es auch weiterhin zu Problemen am T1. „Ein paar Dinge müssen auch noch nachjustiert werden“, so von Massenbach. „Das eine ist der Windfang vom Bahnhof, dass es da im Winter sehr kalt hergezogen hat – das müssen wir angehen.“ Darüber hinaus können Brandmelder ausgelöst werden, je nach Sonneneinstrahlung. „Die Laufbänder im Mainpier haben schon funktioniert, aber funktionieren nicht mehr – das sind so Dinge, die gelöst werden müssen.“ Außerdem räumte die neue Chefin des BER gegenüber der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ ein, dass mehr Raum für die Sicherheitskontrollen wünschenswert gewesen wären, „damit mehr Menschen parallel abgefertigt werden können“. Jedoch fehle dazu der Platz.

Schwieriger Start

Von Massenbach übernimmt das Unternehmen in der Krise. So sind etwa die Fluggastzahlen während der Coronapandemie eingebrochen, der BER ist dem hinzu schwer verschuldet und macht hohe Verluste. Die Rekordzahl von rund 36 Millionen Passagiere im Jahr 2019 an den Berliner Flughäfen bleibt weiterhin unerreicht. So hofft das Unternehmen, dass wenigstens zehn Millionen Menschen über den BER fliegen. „Es bleibt dabei, dass wir das gerne hätten. Aber wir sehen nicht, dass wir das sicher erreichen werden“, erklärt von Massenbach. „Wir waren das Jahr möglicherweise mit etwas unter zehn Millionen beenden.“

Der Flughafen Berlin-Brandenburg ist daher auf die Milliardenhilfen seiner Eigentümer, dem Bund sowie den Bundesländern Berlin und Brandenburg angewiesen. „Wir wollen endlich das Unternehmen auch finanziell auf eine gesunde Bahn bringen, damit das Unternehmen Freiheitsgrade für die Umsetzung der Zukunftsaufgaben bekommt“, heißt es weiter. Dazu gehören etwa die bestmöglichen Anbindungen der Hauptstadtregion an die Welt. Man sehe jedoch nicht, dass aus dem BER in absehbarer Zeit ein großes internationales Drehkreuz wird wie Frankfurt oder München. „Wir haben eine sehr, sehr gute Abdeckung in Europa, aber wir haben keine Konnektivität in die Welt darüber hinaus“, so die neue Chefin. Die meisten der am BER fliegenden Fluggesellschaften seien keine „Hub-Airlines“. „Wir hätten natürlich nichts dagegen, wenn jemand hier sein Hub errichtet, und könnten das in der Infrastruktur auch abbilden. Aber es liegt jetzt nicht auf dem Weg.“

APA/ Red.

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