Noch kein Ende beim „Weinkrieg“

Prosecco-Markenrechte als Dauerstreitthema
© Unsplash

Der „Weinkrieg“ zwischen Kroatien und Italien scheint schier unendlich

Wie FM bereits berichtete, befinden sich Kroatien und Italien in einem „Weinkrieg“. Grund dafür ist, dass beide Länder um das Prosecco-Markenrecht kämpfen. Zagreb bekräftigt seine Forderung nach Eintragung des traditionellen Begriffs „Prosek“ im Amtsblatt und lenkt somit nicht gegen Italien ein. „Italienischer Processco und kroatischer Prosek sind nicht derselbe Wein. Kroatien hat die volle rechtliche, historische und kulturelle Legitimität zu verlangen, dass der traditionelle Begriff „Prosek“ auf europäischer Ebene anerkennt wird“, so die kroatische Landwirtschaftsministerin Marija Vuckovic laut der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“.

Brüssel mit einbezogen

Kroatien hatte bereits nach seinem EU-Eintritt im Jahr 2013 die Anerkennung des Begriffs „Prosek“ gefordert und ein Verfahren in Brüssel zur internationalen Anerkennung des Namens seines dalmatinischen Süßweins gestartet. Brüssel jedoch hatte die Forderung aufgrund der starken Ähnlichkeit zum italienischen Prosecco abgelehnt. Jetzt versucht es Kroatien erneut, was zu harscher Kritik seitens Italiens führte.

Geschützte Markenrechte

Die Markenrechte für den Prosecco hatte Italien im europäischen Binnenmarkt bereits vor Jahren schützen lassen, sodass Weine mit gleichem oder ähnlichem Namen nicht in der EU verkauft werden dürfen, sofern sie nicht aus der Region Venetien stammen. „Kroatiens Initiative zugunsten des Proseks ist ein Angriff auf unseren Prosecco, der der meist exportierte Wein der Welt ist, aber auch der am meisten nachgeahmte“, geht aus einem Schreiben des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor. Für den Schutz der Identität des italienischen Getränks, hatte die Regierung in den vergangenen Jahren hart gekämpft. So hatte man das norditalienische Hügelgebiet, in dem der Prosecco hergestellt wird bereits 2009 von der Regierung in Rom zur DOCG-Gegend – wobei DOCG die kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung für Weine, welche den höchsten Qualitätsansprüchen genügen müssen meint – erklärt.

Kein unbekannter Streit

Der „Weinkrieg“ zwischen Kroatien und Italien erinnert dabei stark an einige Markenrechtsstreitigkeiten in der EU. Ein bekannter Fall ist die Uneinigkeit zwischen Österreich und Slowenien und ihr Disput über Käsekrainer und Krainer Wurst.

APA/ Red.

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