Regelwerk für autonome Flugtaxis fehlt noch

Für den Betrieb wird laut Austro Control ein eigenes Verkehrsmanagementsystem benötigt.
© EHang

Cockpit eines Flugtaxis von EHang

Für die derzeit in Entwicklung befindlichen pilotenfreien Lufttaxis muss in Europa ein Regelwerk geschaffen werden. Bis wann genau die Regulierung steht, ist noch unklar. „Das lässt sich derzeit nicht wirklich konkret beantworten, weil hier noch einige Fragen offen sind“, hieß es von der Luftfahrtaufsichtsbehörde Austro Control auf APA-Anfrage.

Zuständig für die Entwicklung des Lufttaxi-Regulativs ist die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Derzeit liegen laut Austro Control „einige Anträge“ für Erprobungsbewilligungen in Österreich für unbemannte Luftfahrzeuge vor. „Die Verfahren dazu sind im Laufen und befinden sich derzeit in der Phase eines Safety und Risk-Assessments.“

Der oberösterreichische Flugzeugkomponentenhersteller FACC mit chinesischen Eigentümern und das chinesische Technologieunternehmen EHang entwickeln gemeinsam ein pilotenfreies E-Lufttaxi. Die Serienproduktion soll 2020 starten. Den ersten Testflug in Österreich absolvierte das von FACC produzierte autonome EHang-Luftfahrzeug im April in der Wiener Generali Arena. Die Linz AG will 2020 gemeinsam mit FACC und EHang über der Stadt mit einer Teststrecke für E-Lufttaxis starten.

Pilotenfreie Luftfahrzeuge würden nicht Autos, Busse oder Züge ersetzten, aber eine Transportalternative bieten, sagte FACC-Chef Robert Machtlinger bei der Digitalisierungskonferenz Darwin’s Circle am Donnerstag in Wien. „Es wird eine Ergänzung sein.“ Machtlinger sieht großes Potenzial für autonome Lufttaxis vor allem in dicht besiedelten Millionenstädten.

EHang rührt derzeit weltweit die Werbetrommel für seinen autonomen Multicopter. Die Betriebskosten seien im Vergleich zu Helikoptern deutlich niedriger, sagte EHang-Manager Felix Lee bei der Darwin’s-Circle-Konferenz. In China betreibe man bereits Teststrecken in größeren Städten. In Malaysia gebe es großes Interesse, Inseln mit autonomen Luftfahrzeugen zu verbinden.

Rund 300.000 Euro kostet das 360 Kilo schwere, mit 16 Elektromotoren und 16 Rotoren ausgestattete autonomes EHang-Fluggerät, das zwei Personen befördern kann. Die Akkus für diese achtarmige Drohne reichen für rund 50 Kilometer.

Noch zahlreiche Fragen offen

Für den Betrieb von autonomen Luftfahrzeugen in Europa wird laut Austro Control ein eigenes Verkehrsmanagementsystem benötigt und dazu wird auf europäischer Ebene derzeit geforscht. Die unbemannten Fluggeräte sollen sich zunächst in einer Höhe von bis zu 120 Metern bewegen. Laut Austro-Control sind noch zahlreiche Fragen offen, unter anderem zu Start-, Lande- und Sperrzonen und Betriebszeiten sowie der Erkennung von Hindernissen und anderen Verkehrsteilnehmer.

Ab dem Jahr 2035 soll laut dem Zeitplan der Europäischen Kommission die volle Integration von unbemannten Luftfahrzeugen in den kontrollierten Luftraum mit bemannter Luftfahrt abgeschlossen sein. Ab 2022 soll es Unterstützungsdienstleistungen für den Drohnen-Flug geben, etwa Flugplanung, Flugbewilligungen und -freigaben und dynamische Luftrauminformationen. Später sollen dann ab 2027 Services wie Kollisionsvermeidung und Kapazitätsmanagement in hochfrequentierten Gebieten folgen.

APA/red

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