Ryanair rechnet mit einem verlustreichen Winter

Im Sommer machte die Laudamotion-Mutter einen Verlust von rund 226 Millionen Euro.
© Pixabay

Ryanair-Maschine

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Pandemie hat Europas grĂ¶ĂŸten Billigflieger, die Laudamotion-Mutter Ryanair, wie auch andere Airlines im Sommer in die roten Zahlen gedrĂŒckt. FĂŒr den Winter macht sich Konzernchef Michael O’Leary angesichts steigender Infektionszahlen, neuer Lockdowns in mehreren Staaten und vieler ReisebeschrĂ€nkungen keine Illusionen. So hat das Unternehmen sein Flugangebot fĂŒr die Wintermonate noch einmal deutlich zusammengestrichen.

Jetzt rechnet O’Leary in der kalten JahreshĂ€lfte mit einem noch höheren Verlust als im Sommerhalbjahr, wie Ryanair am Montag (2.11.) in Dublin mitteilte. FĂŒr die Monate November bis Dezember hat die Gesellschaft ihr Flugangebot bereits auf 40 Prozent des Vorjahresniveaus zurĂŒckgefahren.

Nach dem faktischen Flugstopp zwischen Mitte MĂ€rz und Ende Juni erwies sich die Erholung der Ticketnachfrage im Sommer fĂŒr Ryanair und andere Airlines als trĂŒgerisch. Die wieder steigenden Infektionszahlen in vielen LĂ€ndern und neue ReisebeschrĂ€nkungen hielten viele Menschen vom Fliegen ab und die Ryanair-FĂŒhrung drehte den geplanten Ausbau des Flugangebots wieder ein StĂŒck zurĂŒck.

Im zweiten GeschĂ€ftsquartal bis Ende September – in der sonst wichtigsten Reisezeit des Jahres – verbuchte Ryanair unter dem Strich daher einen Verlust von rund 226 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von 910 Millionen Euro gestanden. In der ersten HĂ€lfte des GeschĂ€ftsjahres summierte sich der Verlust damit auf knapp 411 Millionen Euro. Im zweiten GeschĂ€ftshalbjahr bis Ende MĂ€rz dĂŒrfte das Minus noch höher ausfallen, hieß es.

FĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr bis Ende MĂ€rz 2021 rechnet die Ryanair-FĂŒhrung mit etwa 38 Millionen FluggĂ€sten – unter Vorbehalt. Sollten die Regierungen in der EuropĂ€ischen Union weitere unabgestimmte ReisebeschrĂ€nkungen erlassen, könnte die Zahl noch niedriger ausfallen, hieß es. Im vorangegangenen GeschĂ€ftsjahr hatte Ryanair noch fast 149 Millionen Passagiere gezĂ€hlt.

Keine Kostenerstattungen, wenn gebuchte FlĂŒge stattfanden

Trotz des Teil-Lockdowns, der in England, Deutschland, Österreich und anderen LĂ€ndern im November gilt, können sich FluggĂ€ste keine Hoffnung auf Erstattungen machen, wenn ihre gebuchten FlĂŒge trotzdem stattfinden. „Wenn ein Flug geht, dann werden wir keine Erstattungen geben“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary dem Sender BBC. Man könne aber auf Dezember oder JĂ€nner umbuchen.

APA/red

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