Sassoli zurückhaltend zu Kurzstrecken-Flug-Verbot

EU-Parlamentspräsident verweist auf unausgeschöpftes Potenzial an klimafreundlicher Mobilität und E-Flugzeuge
© Pixabay

Das Verbot für Kurzstreckenflüge wird heiß diskutiert

EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat sich zurückhaltend über ein Verbot von Kurzstreckenflügen zum Schutz des Klimas geäußert. Seiner Meinung nach solle man zuerst  bei dem immensen Potenzial für klimafreundliche Mobilität ansetzen. Sassoli zufolge wäre dieses noch nicht ausgeschöpft. Zug- und Busverbindungen für Kurzstrecken könnten enorm ausgebaut werden, hieß es Seitens des EU-Parlamentspräsidenten. Außerdem wäre es in den kommenden Monaten möglich, dass Elektroflugzeuge für Kurzstrecken an den Start gehen. Sassoli betonte, dass alle ihren Beitrag dazu leisten müssen um Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Doch es wäre falsch Urlaubsreisen zu verteufeln. „Vielmehr müssen wir die Leute mitnehmen, und das gelingt am besten, wenn wir Transportmittel fördern, die zugleich nachhaltig und attraktiv sind“, sagte Sassoli.

EU-Klimakommissar will Ende von Kurzstreckenflügen

EU-Klimakommissar Frans Timmermans strebt ein Ende der Kurzstreckenflüge an. Laut dem Vizepräsident der EU-Kommission solle dieses Ziel aber nicht durch Verbote erreicht werden. Reisen sollten so organisiert werden, dass es für die Leute attraktiver wird, mit dem Zug zu fahren. Laut Timmermans wäre es bei Strecken unter 600 bis 800 Kilometern nicht mehr sinnvoll das Flugzeug zu nutzen.

Debatte in Deutschland

In Deutschland ist in der Folge eine Debatte über Kurzstreckenflüge entbrannt. Laut der designierten Kanzlerkandidatin und Parteichefin der Grünen, Annalena Baerbock sollte es perspektivisch nicht mehr geben. Auch Billigpreise für Flüge nach Mallorca seien nicht mehr tragbar, wenn man die Klimapolitik ernst nehmen wolle. Baerbock finde es „nicht fair“, dass mit Steuergeld Kerosin subventioniert werde, während Fernfahrten mit der Bahn „gerade zu Stoßzeiten teuer sind“. Seitens der Regierungsparteien Union und SPD gab es für diese Aussagen Kritik.

APA/red

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