So planen die Österreicher ihren Sommerurlaub

Die Sehnsucht nach Erholung ist groß, doch steigende Kosten und Unsicherheiten sorgen für Zurückhaltung bei der Reiseplanung.

11.06.2026 14:54
red04
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Trotz aller Herausforderungen zeigen sich viele Österreicher mit ihren aktuellen Urlaubsplänen zufrieden.

Die Urlaubssaison 2026 steht für viele Österreicher im Spannungsfeld zwischen Erholungswunsch und wirtschaftlicher Unsicherheit. Eine aktuelle repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral unter 1.000 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren zeigt, dass Teuerung, internationale Krisen und geopolitische Konflikte die Reisepläne vieler Menschen beeinflussen.

Krisen und Kriege verändern Urlaubsplanung

Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass aktuelle Krisen Auswirkungen auf ihre Urlaubsplanung haben. Besonders betroffen sind jüngere Menschen unter 30 Jahren sowie Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen. Unter jenen, die sich von der aktuellen Lage beeinflusst fühlen, verzichten 34 Prozent auf Fernreisen und bleiben stattdessen innerhalb Europas. Vor allem in der Steiermark und in Kärnten ist diese Haltung verbreitet. Weitere 32 Prozent buchen ihren Urlaub kurzfristig und warten die weitere Entwicklung ab. 24 Prozent entscheiden sich für eine Anreise mit dem Auto. Als Gründe werden gestiegene Flugkosten sowie Unsicherheiten im Luftverkehr genannt. Die Bahn wird von 9 Prozent als bevorzugtes Verkehrsmittel gewählt, insbesondere von jüngeren Reisenden. Vier Prozent verbringen ihren Urlaub mit Camper oder Wohnwagen.

Jeder Fünfte verzichtet auf Reise

Die gestiegenen Lebenshaltungskosten wirken sich auch auf die Urlaubskasse vieler Haushalte aus. Laut Umfrage werden 20 Prozent der Befragten in diesem Jahr überhaupt nicht verreisen. Vor allem Menschen über 50 Jahre sowie Personen mit geringem Einkommen verbringen ihre Freizeit stattdessen zu Hause oder in regionalen Freizeiteinrichtungen wie Freibädern oder Badeseen. Bei den unter 30-Jährigen verzichten dagegen nur 11 Prozent auf einen Urlaub.

Hotels bleiben beliebteste Unterkunft

Wer verreist, entscheidet sich häufig für einen Aufenthalt im Hotel. 45 Prozent der Befragten nutzen diese Unterkunftsform, wobei jüngere Reisende besonders stark vertreten sind. Als wichtigste Gründe werden Verpflegungsmöglichkeiten, Komfort und Service genannt. 61 Prozent schätzen die Verpflegung im Hotel, 50 Prozent den Reinigungs- und Aufräumservice. Für 42 Prozent spielt die zentrale Lage eine wichtige Rolle. Weitere 34 Prozent nennen den Preis als entscheidenden Faktor, während 32 Prozent die Poolanlagen schätzen. Animation und Kinderbetreuung spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle. Diese Angebote sind nur für 13 beziehungsweise 7 Prozent der Befragten ausschlaggebend.

Ferienwohnung bei Mittelschicht gefragt

Neben Hotels erfreuen sich auch Ferienwohnungen und Ferienhäuser einer gewissen Beliebtheit. Insgesamt 13 Prozent der Befragten bevorzugen eine über Plattformen wie Airbnb gebuchte Unterkunft oder ein Miet-Ferienhaus. In Wien liegt dieser Anteil sogar bei 17 Prozent. Besonders häufig wird diese Urlaubsform von Menschen mit einem Haushaltseinkommen zwischen 2.500 und 3.500 Euro genutzt. Personen mit niedrigeren Einkommen verzichten häufiger ganz auf einen Urlaub, während Haushalte mit höheren Einkommen verstärkt Hotels wählen. Nach Angaben von Mathias Mühlhofer, Vorstand der Immobilienrendite AG, stellen Ferienwohnungen insbesondere für die Mittelschicht eine attraktive Alternative zu Hotels dar. Er verweist darauf, dass Ferienwohnungen in Wien im Jahr 2025 rund 1,7 Millionen Nächtigungen verzeichneten.

Eigene Ferienimmobilie selten

Lediglich 6 Prozent der Befragten verfügen über eine eigene Ferienwohnung oder ein eigenes Ferienhaus. Eigentümer finden sich vor allem unter Menschen mittleren Alters sowie in Tirol und Vorarlberg. Markus Augenhammer, ebenfalls Vorstand der Immobilienrendite AG, sieht darin eine Folge hoher finanzieller Hürden beim Erwerb von Immobilien. Er kritisiert die aus seiner Sicht mangelnden politischen Anreize zur Eigentumsbildung.

Freiheit und Flexibilität

Wer seinen Urlaub in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus verbringt, schätzt vor allem die größere Unabhängigkeit. 59 Prozent nennen die Freiheit bei Essenszeiten als wichtigsten Vorteil. 52 Prozent sehen Preisvorteile gegenüber Hotels. Fast die Hälfte der Befragten verbindet mit dieser Unterkunftsform mehr Platz und Ruhe. 45 Prozent schätzen die Möglichkeit, den Tagesablauf individuell zu gestalten. Camping und Kreuzfahrten spielen dagegen weiterhin eine vergleichsweise geringe Rolle. Nur jeweils 6 beziehungsweise 4 Prozent der Befragten entscheiden sich für diese Urlaubsformen.

Fernreisen bleiben großer Traum

Auf die Frage, wie sie ihren Urlaub gestalten würden, wenn Geld keine Rolle spielte, nennen 24 Prozent eine Weltreise als bevorzugte Option. Besonders bei jüngeren Menschen ist dieser Wunsch stark ausgeprägt. Zwölf Prozent würden sich ein abgelegenes Ferienhaus an einem ruhigen Ort kaufen. Luxus- oder Schlosshotels stehen dagegen nur bei 5 Prozent hoch im Kurs. Lediglich 2 Prozent würden sich für eine Reise ins Weltall entscheiden.

Hohe Zufriedenheit

Trotz aller Herausforderungen zeigen sich viele Österreicher mit ihren aktuellen Urlaubsplänen zufrieden. Insgesamt 34 Prozent würden selbst bei einem Lottogewinn keine grundlegenden Änderungen an ihren Reisevorhaben vornehmen. Besonders ausgeprägt ist diese Zufriedenheit bei Menschen über 50 Jahren sowie bei Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 3.500 Euro monatlich. Laut Integral-Studienleiterin Petra Starecek leisten sich viele dieser Befragten bereits regelmäßig ihren Wunschurlaub und sehen daher keinen Anlass für größere Veränderungen.

(PA/red)

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