Stockende KV-Verhandlungen: Gewerkschaft kündigt Warnstreik an

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Gewerkschaft fordert Gespräch vor Montag, um Warnstreik zu verhindern.

Der wegen der stockenden KV-Verhandlungen für Montag angekündigte Warnstreik der ÖBB, der Westbahn und weiteren heimischen Eisenbahnen zeigt seine Wirkung.

Die Arbeitgebervertreter haben der Gewerkschaft neue Gesprächstermine für die kommende Woche vorgeschlagen. Ein Gespräch befürwortet auch die Gewerkschaft, dieses müsse aber vor Montag stattfinden.

Sollte ein Gesprächstermin noch vor Montag vereinbart werden, und ein vertretbares Ergebnis ausgehandelt werden können, sei ein Warnstreik am kommenden Montag zu vermeiden, gab ein vida-Sprecher an. Die Forderung der Gewerkschaft ist in Entgeltplus von 400 Euro für alle Beschäftigten. Damit sei man den Arbeitgebern bereits entgegen gekommen. Ursprünglich seien 500 Euro angesetzt gewesen.

Das Angebot der Arbeitgeber hingegen liegt bei einem Gehaltsplus von 8 Prozent für alle Gehaltsklassen sowie einer einmaligen Auszahlung von 1.000 Euro im Dezember. Dies sei eine durchschnittliche Erhöhung der KV-Löhne und -Gehälter um 9 Prozent, so die Arbeitgebervertreter der Wirtschaftskammer.

Einmalzahlungsangebote wurden von der Gewerkschaft bisher immer wieder abgelehnt. Die Arbeitgeber nehmen dies zur Kenntnis. Die Verhandlung über monatliche Euro-Mindestbeträge auf alle Gehälter, statt über durchschnittliche Prozentbeträge sei allerdings ein Vorstoß, der „die Spielregeln der Sozialpartnerschaft und KV-Verhandlungen“ komplett ändere.

Die Arbeitgebervertreter seien aber bereit dazu weitere Verhandlungen zu führen. Vorgeschlagen wurden dafür der 28. oder 29. November.

Wie die Arbeitgeber außerdem bekannt gaben, rufen sie am 29. November zu einer Mitgliederversammlung ein. Dabei solle über die weitere Herangehensweise bezüglich der stockenden KV-Verhandlungen gesprochen werden. Dazu sollen neben Vertretern des Personenverkehrs, der Privatbahnen und der Innerstädtischen Verkehrsbetriebe, weitere Vertreter auf Arbeitgeber dazukommen, so etwa vom Schienengüter- und Schienenpersonenverkehr, sowie der Gastronomie am Zug und der Schlafwagenvermietung.

Fachverbandsobermann Thomas Scheiber macht deutlich, dass alle von der Eisenbahnbranche vertretenen Unternehmen mit ins Boot geholt werden müssen. Den Forderungen der Gewerkschaft seie unter anderem aufgrund der hohen Energiekosten schwer nachzugehen, ohne Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Branchen zu erleiden. Dadurch würden auch Arbeitsplätze gefährdet, so Schreiber.

In den vergangenen Runden seien die Arbeitgeber der Gewerkschaft wiederholt entgegengekommen. Nun brauche es ein konstruktives Signal ihrerseits. Die vida hingegen hat für kommenden Montag bereits einen 24-stündigen Warnstreik angekündigt. Als Grund nennt sie „Ein unzureichendes Angebot der Arbeitgeberseite unter der durchschnittlichen rollierenden Inflation sowie der abrupte Abbruch der Verhandlungen durch die Arbeitgeber nach der fünften KV-Verhandlungsrunde am Sonntag (…).“

APA/Red.

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