Streiks und höhere Kosten bremsten Fraport zum Jahresstart

Operativer Gewinn auf gut 158 Mio. Euro mehr als verdoppelt
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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sieht sich trotz eines holprigen Jahresstarts auf Kurs. „Die Richtung stimmt“, meinte Fraport-Chef Stefan Schulte am Donnerstag angesichts eines mehr als verdoppelten operativen Gewinns (EBITDA) von gut 158 Mio. Euro im ersten Quartal. Streiks und höhere Kosten machten dem Unternehmen allerdings zu schaffen. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand jedoch weiterhin einen operativen Gewinn von 1,04 bis 1,2 Mrd. Euro an.

Dazu soll die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Flughafen wie geplant auf 80 bis 90 Prozent des Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2019 steigen.

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Die Fraport-Aktie büßte in der Früh zeitweise mehr als sieben Prozent ein und gehörte damit zu den größten Verlierern im deutschen MDAX, dem Index der mittelgroßen Werte. Am späten Vormittag lag ihr Kurs noch mit gut fünf Prozent im Minus bei 45,27 Euro. Damit wurde das Papier noch um knapp ein Fünftel teurer gehandelt als zum Jahreswechsel. Das Anfang Februar erreichte Jahreshoch von 54,58 Euro ist aber wieder ein gutes Stück entfernt.

Zwar verdiente Fraport im Tagesgeschäft des ersten Quartals etwas mehr als von Analysten erwartet. Das lag jedoch an einem Sonderertrag von 22 Mio. Euro aus dem Verkauf des Mehrheitsanteils an dem Sicherheitsdienstleister Frasec. Ohne diesen Posten wäre der operative Gewinn niedriger ausgefallen als gedacht. Branchenexperte Graham Hunt vom Analysehaus Jefferies bemängelte die gestiegenen Betriebskosten. Die Aussichten für das laufende Jahr seien jedoch intakt.

Im ersten Quartal steigerte Fraport den Umsatz im Jahresvergleich um rund 42 Prozent auf knapp 766 Mio. Euro. Auf die Aktionäre entfiel ein saisontypischer Nettoverlust von knapp 22 Mio. Euro nach einem Minus von 108 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Streiks und eine gravierende IT-Panne bei der Hauptkundin Lufthansa hatten das Passagierwachstum an Deutschlands größtem Flughafen zu Jahresbeginn gebremst. In den ersten drei Monaten wäre ohne diese Ereignisse ein Wachstum um 60 Prozent im Vergleich zu dem noch von Corona geprägten Vorjahreszeitraum möglich gewesen, klagte der Konzern. So wuchs die Zahl der Passagiere in Frankfurt nur um 56 Prozent auf rund 11,4 Millionen.

Der Vorstand sieht sich damit auf Kurs und ließ seine Prognosen für das Gesamtjahr unverändert. Danach soll das operative Ergebnis (EBITDA) auf eine Summe zwischen 1,04 und 1,2 Mrd. Euro steigen. Das Konzernergebnis soll zwischen 300 und 420 Mio. Euro landen.

Das Rekordjahr 2019 mit 70,6 Millionen Gästen dürfte der Frankfurter Flughafen nach dem zwischenzeitlichen Geschäftseinbruch in der Corona-Krise auch 2023 klar verfehlen. Mit einer Steigerung der Passagierzahlen um 15 bis 25 Prozent im Sommer will Fraport am Jahresende etwa 56,5 bis 63,5 Millionen Fluggäste abgefertigt haben. Das würde 80 bis 90 Prozent des Vorkrisenniveaus entsprechen. Im April erreichte die Zahl der Fluggäste nach vorläufigen Zahlen bereits 80 Prozent des Niveaus von 2019.

Fraport-Chef Schulte zeigte sich optimistisch, in den kommenden Monaten einen stabileren Betrieb organisieren zu können als im vergangenen Jahr, als das Drehkreuz Frankfurt zu den unpünktlichsten Airports Europas gehörte. „Die stabile Performance während der Osterferien stimmt uns vorsichtig optimistisch“, sagte der Manager. So sei die Erholung an den touristisch geprägten Beteiligungsflughäfen des Konzerns im Ausland weiter fortgeschritten. „Neben Griechenland werden auf Jahressicht weitere Airports nah an das Vorkrisenniveau herankommen.“

APA/Red.

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