TUI weitet Beratungsgebühr in Reisebüros aus

In der Filiale informieren, woanders buchen - dem will TUI mit Gebühren einen Riegel vorschieben. - In Österreich gibt es das bereits.
© TUI

Beratung im TUI Reisebüro soll generell kostenpflichtig werden

Beratung und erweiterte Dienstleistungen werden in den deutschen Reisebüros von TUI demnächst kostenpflichtig. Geplant ist ein „Service-Entgelt“, das Kunden etwa für die Zusammenstellung von detaillierten Angeboten, Leistungsvergleichen oder weiterführenden Informationen zu Zielen und Einreisebestimmungen zahlen müssen. Damit wolle man einerseits ein Signal dafür setzen, dass umfangreiche Beratung ihren Preis habe, heißt es aus dem Unternehmen. In den 61 eigenen TUI-Reisebüros in Österreich ist die Gebühr übrigens schon seit längerem gewohnte Praxis.

Das Konzept soll solche Kunden locken, die weiterhin Wert auf eine persönlich betreute Vorbereitung und Absicherung ihrer Reise legen. Die Strategie entsprechender Zusatzgebühren sei dabei freilich nicht ohne Risiko. „Aber die Zeit dafür ist reif, und wir müssen das jetzt einmal ausprobieren“, hieß es von TUI. So solle auch ein Teil des sonst unbezahlten Aufwands aufgefangen werden, der entsteht, wenn manche Kunden sich ausgiebig in der Filiale informieren, dann aber anderswo buchen.

Soll nicht als „Eintrittsgeld“ in ein Reisebüro verstanden werden

Klar sei, dass es sich nicht um eine Art „Eintrittsgeld“ ins Reisebüro handle. Eine gewisse Grundinformation bleibe nach wie vor gebührenfrei. „Früh im Gespräch“ werde künftig jedoch gesagt: „Wenn Sie eine Beratung möchten, bieten wir Ihnen zwei Grundpakete an.“

Vorgesehen sind ein Basistarif für 15 beziehungsweise 29 Euro – je nach Gesamtreisepreis -, für den man etwa die Ausarbeitung eines genauen Angebots oder ein „individuelles Reisekonzept“ bekommt. Für 25 beziehungsweise 39 Euro sind zudem „Unterstützung bei speziellen Anliegen“ oder Reservierungen für Aktivitäten im Hotel enthalten.

Ein solches „Preismodell für qualifizierte Beratung, die an weitere Services gekoppelt ist“, sei schon länger in der Diskussion gewesen. Der Anbieter DER sowie viele Reisebüros in Österreich und der Schweiz machten es bereits so. Ziel sei es auch, die Vertriebskanäle und die Kommunikation zwischen stationärem und Online-Geschäft enger zu verzahnen. Bei TUI-Buchungen im Netz werde ab einem bestimmten Punkt künftig ebenfalls ein Verweis auf „vertiefende“ Dienste kommen.

Gebühren gegen den „Rotstift“

Die Beschäftigten sollen von dem Gebührensystem ebenso profitieren. Ein Teil der Provisionen für abgeschlossene Reisen fließt demnach in eine Team-Kasse für alle Kollegen des Büros. Außerdem soll es Schulungen zum neuen Beratungskonzept geben. Wie andere Touristikanbieter setzt auch TUI bei den Reisebüros den Rotstift an, der Sparkurs soll durch ergänzende Aufgaben wie spezielle Beratungen abgefedert werden. Ob dies gelingt, wird die Kundenreaktion zeigen.

APA/dpa/red

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