Unser Motto: Stets wahrhaftig sein

Seit 45 Jahren hat sich die FaktuM-Schwesterzeitschrift FM der Fach-Berichterstattung über Gastronomie, Hotellerie und Touristik mit Leib und Seele verschrieben. Stets unter dem Motto: „wahrhaftig sein ohne Maulkorb“. In unserer Jubiläumsausgabe FM und hier im FaktuM-Editorial darf ich auf 45 spannende Jahre zurückblicken. Unser FaktuM ist bereits seit 31 Jahren auf dem Markt.
© privat

Irgendwie bin ich in dieses Metier hineingestolpert. Ich hatte mir beim Fachjournal „REGAL“ meine ersten Sporen im Mediengeschäft verdient. Im Kaffeehaus lernte ich dann meinen späteren Kompagnon Dr. Adolf Löwy kennen. Und der erzählte mir, dass der a3-Verlag, der diverse Fachzeitschriften betrieb, sich von seiner Fremdenverkehrszeitschrift (damals nannte man die Branche despektierlich noch so) trennen wollte.

Die a3ler betrieben eine höchst erfolgreiche Bau-Zeitschrift. Nur deren Tourismus-Magazin funktionierte nicht. Das war denen zu mühevoll, zu uninteressant und vor allem nicht profitabel genug. Also bewarb ich mich bei a3, freilich ohne denen zu eröffnen, dass ich Kaufabsichten hatte. Ich wollte den Laden von innen kennenlernen. 

Schon nach wenigen Wochen wusste ich bestens Bescheid: Dort werkte eine faule Partie, der vor allem Ambition und Fleiß fehlten. Die verbrachten ihr Tagwerk lieber mit Kartenspiel als mit Arbeit. Und mir war von Anfang an klar: Wenn man das mit Verve und Engagement macht, mit Fachverstand und Fleiß, dann klappt das. Garantiert. Das tat es auch. Freilich nicht für den a3-Verlag. Die sind eine Dekade vor dem runden Jubiläum unserer Schwesterzeitschrift FM in die Pleite geschlittert. Wir freilich haben unser Portfolio um FaktuM erweitert (das gemeinsam mit FM nun den gesamten Tourismus abdeckt).

Heute berichten wir tagesaktuell sowohl im Print als auch online als auch in den Sozialen Medien höchst erfolgreich über die Branche. In diesen 45 Jahren gab es ungezählte Highlights: Bereits im ersten Jahr unseres Fach-Magazins gelang uns ein Exklusivinterview mit Friedrich Jahn (Wienerwald), in dem der Multimillionär weltexklusiv über die Gründe für den Niedergang seines Imperiums mit tausenden Restaurants sprach. 1983 traten wir proaktiv gegen den Ausbau des Gletscher-Skilaufs ein. Und 1987 brachte ich mit Der Mucha den ersten Service-Guide Europas auf den Markt. Von dem wir 46.000 Exemplare verkauften. Der machte unseren Verlag und mich über Nacht österreichweit bekannt. Auf der Bestsellerliste landeten wir an der zweiten Stelle. Eine Verbreitung, von der die meisten hochgestochenen Edel-Gourmet-Guides noch heute nur träumen können.

Mit allen unseren Aktivitäten setzten wir stets Akzente, zeigten Mut und haben uns – ganz gleich, wer sich uns entgegenstellte – niemals einschüchtern lassen. Wobei wir auf das Thema „Dienstleistung“ und alles, was dazugehört, stets größten Wert gelegt haben. Denn Service und Liebe zum Metier, verbunden mit Empathie und Gastlichkeit, sind das Um und Auf für Erfolg in diesem Geschäftsfeld. Dieser Linie sind wir treu geblieben. Bis zum heutigen Tag.

Jüngstes Beispiel: ein Erlebnis im Restaurant Villa Lido in Klagenfurt am Friedelstrand, das zeigt, wie man die beste Lage und eine durchaus ansprechende Küche mit schlechtem Service verbocken kann.

Doch mittlerweile featuren wir derartige Erlebnisse nicht nur in Print und Online, sondern auch in Sozialen Medien. Was war geschehen? Mittwoch, 8. Mai, 15.30 Uhr. Wir sind in Kärnten und beschließen, noch etwas essen zu gehen. Und rufen im Lido an. Ob die Küche noch besetzt ist und ob man reservieren muss? „Nein, das Restaurant ist halbleer“, kichert die freundliche Dame am Telefon. Also fahren wir hin. Der Kellner, ein gewisser Maurizio, faucht erst einmal zwei andere Gäste an und weist ihnen einen schlechten Tisch zu, bevor er sich um uns „kümmert“. „Haben Sie reserviert“, ist seine Begrüßungsformel. Kein „Grüß Gott“, „Guten Tag“, oder „Willkommen“. Das hat ein Maurizio nicht nötig. „Nein, wir haben angerufen und man hat uns gesagt, es ist keine Reservierung notwendig“, wende ich ein. Doch mit diesem Sager haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Maurizio: „Wir sind heute Nachmittag ausgebucht. Ich muss nachschauen, ob ich noch einen Tisch für Sie finde.“ Wir warten geduldig. Doch irgendwann endet die Geduld. „Sie können mir doch nicht erklären, dass Sie bei 28 freien Tischen (ich habe die gezählt) keinen Platz verfügbar haben. Vielleicht sind Sie ja am Abend belegt. Aber wir essen jetzt. Und sind in einer Stunde wieder weg. Wir hätten gerne den Tisch dort drüben“, regt sich mein kämpferischer Instinkt. Maurizio: „Sie kennen also die Reservierungssituation in unserem Restaurant besser als ich?“ In solch einem Moment ist es stets die beste Entscheidung, sofort zu gehen. Den Ort des Schreckens zu verlassen. Was wir konsequenterweise getan haben.

Dass der Restaurant-Chef und Eigentümer Martin Ramusch mich – trotz mehrerer Kontaktversuche – bis dato nicht zurückgerufen hat, zeugt von seiner „Einstellung“ zur Gastronomie. Wie sehr die Menschen landauf, landab solche Erlebnisse nachhaltig bewegen, zeigen die Reaktionen auf mein TikTok-Video. Das haben mittlerweile gezählte 230.500 Menschen gesehen. 5.011 Likes und 737 Kommentare, von denen über 90 Prozent meine Position vollinhaltlich teilen, belegen, wie wichtig für die Menschen hierzulande guter Service ist. Und das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum unser Medienhaus so erfolgreich unterwegs ist: weil wir wahrhaftig, authentisch und ohne Rücksicht zu nehmen (Rücksicht nehmen wir nur auf das Informationsinteresse unser LeserInnen) schonungslos berichten. Deshalb haben wir Ihr Vertrauen, geschätzte Abonnenten, Leser und Inserenten.
Bitte bleiben Sie uns weiter gewogen, wünscht sich

Ihr

Christian W. Mucha
Herausgeber

P.S.: Zum 45-Jahr-Jubiläum unserer Schwesterzeitschrift FM legten wir die sorgfältig und mühevoll erarbeitete Rankinglist der 1.000 wichtigsten Gastronomen, Hoteliers und Touristiker wieder auf. In dieser Ausgabe finden Sie alle Ergebnisse der Kategorie Tourismus ab Seite 18.

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