US-Fluggesellschaften kämpfen ums Überleben

Durch die Coronakrise sind die Passagierzahlen um fast 100 Prozent gesunken.
© Pixabay

Maschine von United Airlines am Flughafen Narita nahe Tokyo

Die US-Fluggesellschaften kämpfen in der Coronakrise weiter ums Überleben. Zusammengerechnet verlieren sie mehr als zehn Milliarden Dollar (9,22 Mrd. Euro) pro Monat, sagte der US-Branchenverband der Fluggesellschaften in vorbereiteten Zeugenaussagen vor einer Anhörung des US-Senats am Mittwoch (6.5.), die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. 

„Die US-Luftfahrtindustrie wird nach dieser Krise nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, was sie mal vor drei Monaten war“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Nicholas Calio, bei der Anhörung. Selbst nachdem mehr als 3.000 Flugzeuge oder fast 50 Prozent der aktiven US-Flotten am Boden bleiben mussten, hätte es durchschnittlich nur 17 Passagiere auf einem Inlandsflug und 29 Passagiere pro internationalem Flug gegeben, erklärte die Vereinigung. Damit seien die Passagierzahlen im Jahresvergleich um fast 100 Prozent gesunken, hieß es in der Zeugenaussage für den Handelsausschuss des Senats. 

Die Gruppe warnte, wenn Luftfahrtunternehmen alle Tickets zurückerstatten sollten, einschließlich derjenigen, die als nicht erstattungsfähig gekauft wurden oder die von einem Fluggast anstelle der Fluggesellschaft storniert wurden, „dies zum Konkurs führen wird“. Calio sagte, die Fluggesellschaften „erwarten einen langen und schwierigen Weg. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Nachfrage im Luftverkehr noch nie sprunghaft von einem Abschwung erholt hat.“

Das US-Finanzministerium hat den Fluggesellschaften fast 25 Milliarden Dollar an Barzuschüssen zur Deckung ihrer Lohnkosten gewährt. Im Gegenzug dafür mussten sich die Unternehmen verpflichten, bis zum 30. September keine Arbeitnehmer zu entlassen. Große Fluggesellschaften warnten, dass sie wahrscheinlich noch in diesem Jahr zusätzliche Kürzungen vornehmen müssen, um auf einen langfristigen Rückgang der Reisenachfrage zu reagieren. 

United Airlines kündigte am Montag (4.5.) an, Kürzungen um 30 Prozent bei Verwaltungsangestellten ab 1. Oktober vorzunehmen. Boeing sagte letzte Woche, dass bis Ende des Jahres 16.000 Arbeitsplätze abgebaut werden und GE Aviation plant, bis zu 13.000 Arbeitnehmer zu entlassen. Auch der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems werde rund 1.450 Arbeitsplätze streichen.

APA/red

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