Währungs-Reform

Digitale Bezahlung galt bisher als Nebenschauplatz im Tourismus. Ein weltweites Rekordniveau an bargeldlosen Transaktionen steigert jetzt aber den Handlungsbedarf der Branche. Nicht zuletzt im Bereich des Mobile Payment.
© Klarna

Für Cash-Pragmatiker war die Tourismuswelt stets eine Behaglichkeitszone. Denn das gute alte Bargeld gehörte immer zum guten Ton. Vom noblen Hotel über die schicke Gastromeile bis zum rustikalen Dorfwirt ist der Konsument mit seinen Scheinen und Münzen nie falsch gelegen. An Alternativen zur dicken Brieftasche wurden nie Gedanken verschwendet. Natürlich lebt die Branche aber auch keineswegs in der Moneten-Steinzeit: Kreditkarten sind gleichfalls längst etabliert, akzeptiert und weit verbreitet. Doch die Beschaulichkeit besitzt offenbar ein Ablaufdatum, alte Traditionen zeigen langsam Auflösungserscheinungen.

Denn eine radikale Reform nimmt Gestalt an. Zahlen der Unternehmensberatung PwC und ihrer Strategieberatung Strategy& schaffen Klarheit: Bargeldloses befindet sich auf dem weltweiten Rekordniveau. Derartige Transaktionen sollen bis 2025 um über 80 Prozent auf 1,9 Billionen Dollar wachsen. Bis 2030 dürfte sich digitales Payment pro Person nahezu verdreifachen. Strategy&-Partner Andreas Pratz: „Corona hat den Wechsel um drei bis fünf Jahre beschleunigt. Die Infrastruktur verändert sich fundamental. Durch neue Zahlungswege und innovative Geschäftsmodelle rückt jetzt ebenfalls das Szenario einer globalen bargeldlosen Gesellschaft in Sichtweite.“

Jene neue harte Business-Währung könnte in gewissen Destinationen, Unterkünften oder Lokalen leichte Nervosität auslösen. Vor allem dort, wo die Tore für monetäre Vielfalt bisher verschlossen waren. Sei es aus purer Unterschätzung der Entwicklung oder dem Glauben, dass nur Bargeld die Welt regiert. Aber jene Wende wird am Reisgeschäft für Veränderungen sorgen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Gast veränderte Vorstellungen hat, was den Umgang mit Cash betrifft. Digitale Bezahlung galt bislang als Nebenschauplatz im Tourismus. Heftiger Druck von der Basis steigert den Handlungsbedarf der Branche.

Wandelnde Qualitätsansprüche

„Bezahlen muss als Teil des Einkaufserlebnisses gesehen werden. Gerade in der jungen reisefreudigen Generation, die mit E-Commerce aufgewachsen ist, spielt Convenience eine zentrale Rolle. Die Präferenzen der jeweiligen Zielgruppen wurden aber nicht berücksichtigt und gängige E-Payment-Methoden nicht angeboten. Die Branche muss sich trotzdem für ihre Konkurrenzfähigkeit auf wandelnde Qualitätsansprüche einstellen und Digitalisierung ernst nehmen. Urlaubsregionen oder Tourismusanbieter, die das verstehen, werden künftig ihre Nase vorne haben“, erklärt Thomas Vagner, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Klarna für Deutschland, Österreich und Schweiz.

 

Christian Prenger

 

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