Welttourismusorganisation warnt

Maßnahmen in der Coronakrise lassen Regierungen die Verantwortung für die Wirtschaft vergessen.
© Pixabay

Auf Flughafen-Terminals herrscht derzeit oft gähnende Leere

Die Welttourismusorganisation UNWTO hat angesichts neuer Einschränkungen des Tourismus in der Coronakrise vor zu harschen Maßnahmen gewarnt. Die Regierungen hätten zwar die Pflicht, die Gesundheit der Menschen zu schützen, aber sie hätten auch eine Verantwortung für die Wirtschaft und die Einkommen der Menschen, schrieb UNWTO-Generaldirektor Zurab Pololikaschwili am Dienstag (18.8.).

„Viel zu lange und an zu vielen Orten wurde zu sehr auf die erste Aufgabe geachtet. Und jetzt zahlen wir den Preis dafür“, fügte der Georgier in einer Mitteilung der UN-Sonderorganisation mit Sitz in Madrid hinzu.

Die Reisebeschränkungen wegen Corona hätten allein schon zwischen Jänner und Mai weltweit Verluste von 320 Milliarden US-Dollar (270 Mrd. Euro) verursacht. In Europa ist vor allem Spanien vom Einbruch des Tourismus betroffen. Die Furcht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus sowie Zwangsquarantäne für Rückkehrer aus Spanien etwa in Großbritannien oder die Reisewarnung Deutschlands und Österreichs für fast das ganze Land mit Mallorca haben die Branche an den Rand des Ruins gebracht.

Tourismusunternehmen hatten die Reisewarnung für Mallorca kritisiert. Es sei bedauerlich, dass es eine Reisewarnung für die ganze Urlaubsinsel gebe statt nur für die Stadt Palma oder regional betroffene Orte der Insel. Die UN-Sonderorganisation betonte, die Öffnung von Grenzen für den Tourismus bringe Millionen Menschen, die von diesem Sektor abhängig seien, große Erleichterung.

In diesen unsicheren Zeiten bräuchten die Menschen weltweit starke, klare und einheitliche Botschaften. Was sie nicht brauchen, seien politische Entscheidungen, die die Tatsache ignorieren, dass nur alle zusammen die Herausforderung bestehen können, mahnte der Leiter der UN-Organisation. Ein sicherer Tourismus sei bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen möglich.

APA/red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email