Westbahn mietet Züge von CRRC

Kritik von Österreichs Bahnindustrie
© Pixabay

Die mehrheitlich private Westbahn wird vier Triebswagenzüge des staatlichen chinesischen Herstellers CRRC anmieten. Die Züge sollen bereits im Spätsommer nach Europa verschifft werden. „Die vier Züge sind produziert, und der erste Zug wird im Laufe des Spätsommers in Europa erwartet und dann beginnt das ganze Testprozedere für die Zulassung“, sagte Westbahn-Sprecherin Ines Volpert gegenüber dem „Kurier“. „Wir gehen davon aus, dass die Zulassung im Sommer oder Herbst 2023 erfolgen wird.“ 

Kritiker befürchten jedoch, dass China durch den Deal den Sprung auf den europäischen Markt schafft. Auch der Präsident des Verbandes der Österreichischen Bahnindustrie, Kari Kapsch, kritisiert den Deal: „Das ist mit Sicherheit ein Türöffner für CRRC.“ Problematisch sei dies, da CRRC ein Staatsunternehmen sei, dessen Produkte somit vom Staat quersubventioniert würden. Dies führe laut Kapsch zu einer Wettbewerbsverzerrung. „Das würden wir nicht nur in Österreich und Europa, sondern auch außerhalb Europas zu spüren bekommen“, so der Präsident des Verbandes der Österreichischen Bahnindustrie. Zudem würden die Züge in China zu dortigen Umweltkriterien und niedrigeren Löhnen gefertigt und anschließend nach Europa geliefert. „Der CO2-Footprint ist dadurch natürlich wahnsinnig hoch“, so Kapsch. Auch Thomas Schreiber, der Obmann des Fachverbands Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer, äußert Bedenken: „Wichtig ist für mich, dass die Wertschöpfung in Europa stattfindet“. Das würde den Wettbewerb beleben.

Die Anmietung von Zügen durch die Westbahn sei für Schreiber jedoch ein zulässiger Vorgang, da ein relativ hoher Prozentsatz der Teile aus Europa stammen, weshalb die Chinesen auch so schnell die Zulassung bekommen würden. 

APA/ Red.

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