Zusätzliche halbe Milliarde für Regionalbahnen

Die Bahn-Kapazität soll so bis 2040 verdoppelt werden.
© BKA / Andy Wenzel

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) setzt nun auf den Ausbau der Nebenbahnen

Um mehr Passagiere und Güter auf die Schiene zu bringen, setzen Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) und ÖBB-Chef Andreas Matthä auch auf die Revitalisierung und Modernisierung der Regionalbahnen. Im ÖBB-Rahmenplan für den Zeitraum 2021 bis 2026 sind Investitionen in Höhe von 17,5 Mrd. Euro vorgesehen, davon 1,9 Mrd. Euro für die Regionalbahnen. Nun soll zusätzlich fast eine halbe Milliarde Euro in die Regionalbahnen fließen, kündigte Gewessler (Grüne) am Dienstag an.

Bahnen sind das Rückgrad des Verkehrs

„Bahnen sind das Rückgrat des Verkehrs in unseren Regionen“, sagte Gewessler bei einer Pressekonferenz. Sie würden nicht nur die Regionen beleben und als Lebensmittelpunkt attraktiver machen, sondern auch eine wichtige Rolle im Güterverkehr spielen und die Regionen vom Schwerverkehr auf der Straße entlasten. „Deshalb investieren wir in den kommenden fünf Jahren über den ÖBB-Rahmenplan hinaus weitere 40 Mio. Euro in Stadtregionalbahnen und rund eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau der Privatregionalbahnen“, kündigte die Ministerin an.

Um die Regionalbahnen attraktiver zu machen, brauche man attraktive Strecken mit akzeptablen Fahrzeiten, aber auch gute Vertaktungen mit dem anschließenden Busverkehr und mit dem Hauptnetz der Bahn mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten, sagte Matthä. Darüber hinaus brauche man moderne und hochwertige Züge, damit die Passagiere die im Zug verbrachte Zeit als angenehm empfinden.

Die ÖBB wollen die Kapazität der Bahn bis zum Jahr 2040 gemessen an 2018 verdoppeln, kündigte Matthä an. 60 Prozent davon will man durch Infrastrukturmaßnahmen erreichen, 40 Prozent des Zuwachses sollen durch Doppelstockfahrzeuge, längere Züge und schwerere Güterzüge erreicht werden.

Kari Kapsch, Präsident des Verbands der Bahnindustrie, sieht erhebliches Potenzial in den durch die Digitalisierung möglichen neuen Innovationen. „Die Digitalisierung bietet die Grundlage, um die Kapazitäten auf den bestehenden Strecken wesentlich zu steigern. Die Unternehmen der Bahnindustrie arbeiten beispielsweise gemeinsam mit den ÖBB an vielen Pilotprojekten, um dichtere Zugsfolgen, kürzere Taktungen und genaues Tracking von Zügen zu realisieren.“ Solche Innovationen seien dringend notwendig, damit die Bahn auch in den Regionen gegenüber der Straße konkurrenzfähig bleibe bzw. werde, gerade im Güterverkehr.

APA/red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email