Edelrautehütte muss schließen

Wassermangel zwingt Alpenhütte zum vorzeitigen Saisonende.

20.03.2025 16:15
red05
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Die Edelrautehütte in den Rottenmanner Tauern, seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Familien und Sportbegeisterte, steht vor einer außergewöhnlichen Krise. Der Grund dafür liegt in der anhaltenden extremen Trockenheit, welche in den vergangenen Monaten dramatische Auswirkungen auf das Leben und den Tourismus in der gesamten Alpenregion hatte. Die Betreiber der Edelrautehütte sahen sich nun gezwungen, Konsequenzen aus der besorgniserregenden Wetterlage zu ziehen und die Saison vorzeitig zu beenden.

Seit mehreren Monaten leidet die Hütte, gelegen auf 1725 Metern Höhe, unter der ungewöhnlichen Dürreperiode. Bereits Anfang des Jahres mussten die Betreiber erste Maßnahmen ergreifen und passten die Öffnungszeiten drastisch an. Aufgrund des Mangels an Schnee war es seit Januar notwendig, den Betrieb während der Woche einzuschränken. Ende Februar war die Situation bereits so angespannt, dass weder Skitouren noch Rodelaktivitäten möglich waren. Die Rodelbahn, sonst ein Publikumsmagnet, war zur Hälfte unbenutzbar, da der Schnee schlichtweg fehlte.

Nun aber folgte eine noch ernstere Entwicklung: Die hauseigene Quelle der Edelrautehütte ist vollständig versiegt. Das Trinkwasser, das Gäste und Betreiber bislang zuverlässig versorgte, steht plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Dies gab das Team emotional auf Facebook bekannt, versehen mit traurigen Emojis und dem Hinweis auf eine verfrühte Schließung. Auf der Webseite der Hütte sind derzeit keine Buchungen möglich, die Wiederaufnahme des Betriebs ist erst für den 1. Mai geplant.

Die drastische Wasserkrise ist jedoch kein isoliertes Phänomen. Die Alpenregion erlebt seit Monaten eine dramatische Veränderung der Wettermuster, welche sowohl ökologische als auch ökonomische Konsequenzen nach sich zieht. Im benachbarten Allgäu erhöht die Trockenheit bereits jetzt deutlich die Waldbrandgefahr. Vor allem Orte wie Oberstdorf und Kempten melden kritische Zustände aufgrund des fehlenden Niederschlags.

Auch weiter südlich, etwa auf der italienischen Insel Sardinien, kämpfen Bewohner und Betriebe schon länger mit dramatischer Wasserknappheit. Experten warnen bereits, dass solche Trockenperioden, verschärft durch den Klimawandel, künftig eher zunehmen könnten.

Die aktuelle Situation verdeutlicht, dass die Wetterkrise längst nicht mehr nur ein abstraktes Risiko ist. Die Alpenregion, einst ein sicherer Hafen für Naturbegeisterte und Wintersportler, muss sich nun vermehrt mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzen. Betreiber wie jene der Edelrautehütte stehen vor einer ungewissen Zukunft und hoffen auf baldige Besserung – sowohl beim Wetter als auch bei der Wasserversorgung.

(red)

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