Geringe Marge bereitet AUA-Chefin große Sorgen

Der Gewinn ist um mehr als 40 Prozent eingebrochen, die Marge liegt bei mageren drei Prozent.

06.03.2025 15:37
Redaktion
© AUA
CEO Annette Mann

AUA-Chefin Annette Mann spricht von einem „soliden Ergebnis“ – doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Der Gewinn ist um mehr als 40 Prozent eingebrochen, die Marge liegt bei mageren drei Prozent. Ein Unternehmen, das so knapp kalkulieren muss, hat wenig Spielraum für Investitionen und noch weniger für Krisen. Die steigenden Kosten am Standort Wien könnten sich für die Airline und den österreichischen Tourismus als massives Problem erweisen.


Warum ist das ein Problem?

  • In der Luftfahrt gelten 8–10 % EBIT-Marge als gesund.
  • 3 % bedeutet, dass schon kleinere Krisen (wie hohe Kerosinpreise, Streiks oder Konjunkturabschwächungen) die AUA schnell in die Verlustzone drücken können.
  • Wenn die AUA dauerhaft nur so wenig verdient, könnte Lufthansa entscheiden, Strecken zu reduzieren oder Wien als Hub weniger stark zu fördern.

Luftverkehrssteuer tut weh

Wien ist teuer – und wird immer teurer. Flughafengebühren, Kerosinabgaben und die Luftverkehrssteuer treiben die Preise in die Höhe. Seit 2019 sind die Abgaben um 40 Prozent gestiegen. Während andere Länder ihre Luftverkehrssteuer streichen, bleibt sie in Österreich bestehen. Das macht das Fliegen nicht nur für die AUA kostspieliger, sondern verteuert auch die Ticketpreise für Reisende. Besonders im Wettbewerb mit Drehkreuzen wie Prag oder Budapest könnte das langfristig Konsequenzen haben: Wer günstiger abheben will, bucht anderswo.

AUA-Mutter macht Druck

Mann warnt daher vor einer schleichenden Abwanderung. Die AUA ist Teil der Lufthansa Group, die strategisch entscheidet, welche Hubs ausgebaut und welche zurückgefahren werden. Wenn Wien durch hohe Kosten an Attraktivität verliert, könnte das Angebot an Langstreckenflügen schrumpfen – mit direkten Folgen für den Tourismus. Weniger Anbindungen bedeuten weniger Gäste aus Fernmärkten, steigende Ticketpreise könnten Österreich als Destination unattraktiver machen. Die AUA-Chefin fordert daher Gespräche mit der neuen Regierung. Ihr Ziel: Ein wettbewerbsfähigerer Standort, der der Airline Wachstum ermöglicht und nicht die Kosten in den Himmel treibt. Denn eines ist klar: Ohne eine wirtschaftlich starke nationale Airline leidet auch der Tourismus.

(APA/red)

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