Luxus unter dem Sternenhimmel

„Glamping“ verbindet Camping mit Luxus. Vom Safarizelt bis zum Baumhaus.
© Great Plains Conservation/Afrikarma

Afrika ist quasi der „Mutterkontinent“ des Glampings, das hier zu besonderer Exklusivität getrieben wird

Zurück zur Natur, aber mit allem Komfort: „Glamping“ verbindet Camping mit Luxus. Vom Safarizelt bis zum Baumhaus gibt es spektakuläre Unterkünfte auf allen Kontinenten. 

Camping  – das klingt nach Zelt und Packerlsuppe vom Gaskocher, nach Gemeinschaftsklo und Dusche in zweihundert Metern Entfernung. Das kann lustig sein, Luxus-Urlaub ist es aber sicherlich nicht. Ein neuer Trend verbindet nun aber erfolgreich Camping mit Luxus: Das Schlagwort heißt „Glamping“, ein Kunstbegriff aus den Worten „Glamour“ und „Camping“. 

Dabei geht es jedoch nicht darum, sich einen sechs Meter langen Luxus-wohnwagen mit Dusche und Satellitenschüssel ans Auto zu hängen. Glamping will mehr: Exklusive, luxuriöse Unterkünfte, die es an nichts mangeln lassen, gleichzeitig aber echtes Am-Puls-der-Natur-Feeling bieten. Der direkte Kontakt mit der Natur wird mit dem Komfort eines Hotels verbunden. Mit Kingsize-Bett statt Isomatte und erstklassiger Küche statt Gaskocher, oft auch mit „dienstbaren Geistern“, die das Großraumzelt aufbauen und jeden Wunsch erfüllen. Für den Rest sorgt die Natur selbst mit Vogelgezwitscher, Grillenzirpen und einem Sternenhimmel, den moderne Stadtmenschen gar nicht mehr kennen. Beim Glamping verbindet sich der starke Trend zu Abenteuer- und Erlebnisreisen mit dem Wunsch, etwas Besonderes, Exklusives zu erleben, was dann durchaus ein bisschen mehr kosten darf.

Nicht alles ist exklusiv

Der Begriff „Glamping“ wurde Anfang der 2000er geprägt und ist seitdem hip geworden. Daher gibt es unter diesem Label auch Angebote, die gar nicht so exklusiv sind: Die Webseite glamping.info listet überwiegend Campingunterkünfte auf, die nicht allzu weit vom Gewohnten entfernt sind. So kann man etwa auf dem Campingplatz im oberösterreichischen Au an der Donau „Schlaf-Fässer“ mieten: fassförmige Holzhütten, die an die Hobbit-Wohnungen in „Der Herr der Ringe“ erinnern. Die Dinger sind ohne Frage originell, aber abgesehen von der Form unterscheiden sie sich nicht wirklich von den üblichen fix installierten Häuschen, die es schon lange auf Campingplätzen gibt. 

Außergewöhnlicher ist da schon das „Baumhotel“ in Kopfing im nördlichen Innviertel: Hier wurden sechs Holzhütten in Höhe der Baumkronen auf Stelzen errichtet. Heizung, Fernseher und WLAN sind vorhanden. Im Grunde sind es also normale Ferienhäuser in etwas exklusiverer Aufmachung. Wirkliches Glamping ist beides nicht. Weitaus näher dran sind da schon die bescheiden als „Biwaks“ etikettierten Holzhütten, die rund um den Millstätter See in Kärnten verteilt wurden: Sieben kleine Holzhütten wurden teils am See, teils am Berg in einer Höhe von 1.640 Metern aufgestellt. Jedes der „Biwaks unter den Sternen“ hat auf der Vorderseite ein großes Panoramafenster, damit man den Blick in die Natur auch vom Bett aus genießen kann (Details auf
biwaks.millstaettersee.com).

Zelte wie Hotelzimmer

In den meisten Fällen bedeutet Glamping aber die Unterkunft in einem Luxuszelt, oft auch als Lodge-Zelt bezeichnet: ein geräumiges Zelt, meist mit Holzboden und einigen Möbeln. In Ausmaß und Einrichtung sind diese Zelte durchaus mit einem Hotelzimmer vergleichbar, aber eben in jeglicher Hinsicht weitaus näher an der Natur. 

Safaris als Luxus-Abenteuer

Besonders gut passt das Glamping natürlich nach Afrika, wo es durch die Safaris wohlhabender Europäer zur Kolonialzeit quasi erfunden wurde. Auch heute wird es hier gerne mit Safaris kombiniert; Lodges mit Glamping-Charakter gibt es inzwischen zahlreich in den afrikanischen Nationalparks. Bei vielen davon kann man das Bett auch ganz einfach auf der Terrasse platzieren und im „Sternenbett“ nächtigen. Die Unterkunft ist freilich meist in Reichweite – falls es regnet oder das Ganze zu aufregend werden sollte. Warum Glamping gerade in Afrika ein so großes Thema ist, erklärt Jürgen Seiler, Geschäftsführer des deutschen Afrika-Reiseveranstalters Afrikarma: „Für Glamping brauche ich erstmal eine richtige Wildnis, und da gibt es nicht so viele Regionen auf der Welt.“ 

Allerdings sei das Glamping in Afrika auch aus einer Notwendigkeit heraus entstanden, so Seiler: „In vielen Regionen Afrikas, wie etwa im Okawango-Delta in Botswana, gibt es sehr strenge Naturschutzauflagen, die den Bau fester Unterkünfte gar nicht erlauben. Hier gibt es also keine Alternative zu Camps.“ Afrikarma bietet sowohl Camps mit festem Standort an als auch mobile Safaris, bei denen helfende Hände nach dem Aufbruch der Gäste zur Tagesaktivität die Zeltstadt abbauen und am nächsten Standort wieder aufbauen. Die Gäste werden dort dann bereits erwartet. 

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