Nachverhandlungen um Kärnten Airport beendet

Lilihill wollte Anteils-Aufstockung, aber Bedingungen dafür nicht erfüllen
© Pixabay

Der für Beteiligungen zuständige Kärntner Landesrat Martin Gruber (ÖVP) hat Nachverhandlungen mit Flughafen-Investor Franz Peter Orasch bzw. dessen Firma Lilihill für beendet erklärt. Nach über einem Jahr „Tauziehen“ sei Lilihill nicht bereit gewesen, die Bedingungen des Landes zu erfüllen. Der Investor ist damit mit seinem Ansinnen, seine Anteile zulasten der Minderheitseigentümer Land Kärnten bzw. Stadt Klagenfurt aufzustocken, gescheitert.

Ziel der Landesregierung war es in den Verhandlungen die Stärken des geltenden Vertrages abzusichern und die Schwächen zu sanieren. Laut Gruber gab es allerdings keine Einigung. Er sei nicht bereit, vorgegebene rote Linien zu überschreiten, so Gruber. Daher habe er als Landesaufsicht der Kärntner Beteiligungsverwaltung (K-BV) mitgeteilt, dass er dem Entwurf nicht zustimmen werde.

Vertrag bleibt bestehen

Gruber zufolge bleibe somit der Vertrag aus 2018 bestehen. Allerdings bestehe eine Bereitschaft seitens der Landesregierung, sich angesichts der „schwierigen Situation der gesamten Flugbranche“ an dringend notwendigen Investitionen zu beteiligen. „Um das klare Bekenntnis des Landes zum Flughafen Klagenfurt zu unterstreichen und Investitionen zu beschleunigen, kann ich mir eine anteilige Mitfinanzierung notwendiger Infrastruktur des Flughafens, insbesondere des Terminals, vorstellen“, sagte Gruber.

Mehrheitseigner verwundert

Der 75-Prozent-Eigentümer Lilihill erklärte, dass man aus den Medien von dem Verhandlungsabbruch Grubers erfahren habe. Man sei irritiert, da die letzten offenen Punkte vorletzte Woche in einem persönlichen Gespräch mit Gruber positiv geklärt worden seien und Lilihill den Wünschen des Minderheitseigners voll entgegengekommen sei. Die Bereitschaft Grubers zur Mitfinanzierung bei Investitionen sei überflüssig, denn die Minderheitseigner müssten ohnedies laut Vertrag Investitionen mittragen, die für die Wirtschaftlichkeit des Airport nötig seien. Dies sei aber bisher nicht geschehen. Laut eigenen Angaben konnte Lilihill deswegen keine größeren Investitionen am Flughafen tätigen.

Lilihill war 2018 mit 74,9 Prozent beim Airport eingestiegen, eine Sperrminorität von 25,1 Prozent bleibt beim Land bzw. der Kärntner Beteiligungsverwaltung und der Stadt Klagenfurt. Nach der Teilprivatisierung des Flughafens hatte Lilihill 2019 umfangreiche Ausbaupläne präsentiert und Investitionen im dreistelligen Millionenbereich in den Flughafen angekündigt. Zudem sollte ein Hotel, ein Messezentrum und einen Technologiepark geben. Außerdem strebe man eine Million Passagiere im Jahr an. Während der Coronakrise verzeichnete der Airport kaum Frequenz, 2020 waren es 49.395 Passagiere. Seit dieser Woche gibt es nun wieder eine Linienverbindung der Austrian Airlines nach Wien.

APA/red

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