Österreich zeigt kulinarische Stärke auf der ITB
In der weltweiten Bewerbung des Urlaubslandes Österreich wird verstärkt auf Kulinarik als Schlüsselthema gesetzt.

Auf der internationalen Reisemesse ITB Berlin 2025 rückt Österreich seine Kulinarik in den Blickpunkt. Und das mit gutem Grund: Für fast die Hälfte der Österreicher und der Deutschen spielt die Aussicht auf Gaumenfreuden eine Rolle bei der Entscheidung für ein Reiseziel, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht. Essen und Trinken sind ein lukratives Geschäft: Insgesamt sorgen internationale Besucher in den heimischen Restaurants für einen Jahresumsatz von 5,3 Mrd. Euro.
Nur für eine Minderheit – 11 Prozent in Österreich und 15 Prozent in Deutschland – spielen kulinarische Genüsse bei der Reiseplanung der Erhebung zufolge keine Rolle. Eine Region in Österreich wegen ihrer speziellen Kulinarik tatsächlich bereits gewählt, habe bereits über ein Fünftel der Befragten, 2019 sei es erst ein Siebentel gewesen. “Das heißt, wir sehen, dass das Thema Kulinarik peu à peu wichtiger wird”, sagte der Leiter der Datenanalyse bei der ÖW, Holger Sicking, auf der Messe.
Guide Michelin macht international sichtbar
“Daher setzen wir in der weltweiten Bewerbung des Urlaubslandes Österreich verstärkt auf Kulinarik als Schlüsselthema”, erklärte die Geschäftsführerin der nationalen Tourismusmarketing-Organisation Österreich Werbung (ÖW), Astrid Steharnig-Staudinger, in Berlin. Österreich könne sich hier international noch stärker positionieren. Dabei helfen soll der Guide Michelin, der seit kurzem auch hierzulande wieder Top-Restaurants mit Sternen auszeichnet. Dahttp://Österreich Werbungs macht sichtbar.
Guide Michelin Österreich hat es nach Jahren wieder nach Österreich geschafft und im Jänner 82 Sterne-Restaurants ausgezeichnet. Der international anerkannte Gourmetführer kehrte nach 16 Jahren nach Österreich zurück. Die letzte Ausgabe für ganz Österreich war 2009 erschienen. Insgesamt werden 333 Restaurants im Guide Michelin Österreich 2025 empfohlen.
Food-Influencer und Online-Bewertungen für viele wichtig
“In Deutschland ist die Michelin-Bewertung seit vielen Jahren etabliert”, berichtete ÖW-Datenanalyst Holger Sicking. Ein Drittel der Befragten lässt sich bei seiner Lokalwahl gerne von Food-Influencern inspirieren. “Bei den Jungen ist der Wert natürlich höher”, erklärte Sicking. “Drei Viertel vertrauen auf Online-Bewertungen auf Google.”
Kulinarikurlauber sorgen seinen Angaben zufolge für eine erhöhte Wertschöpfung – im Schnitt seien es 236 Euro pro Tag. “Normalurlauber” geben durchschnittlich 199 Euro aus.

Italien ist in der Wahrnehmung top
Die Konkurrenz ist groß: Im kulinarischen Image und in der Wahrnehmung unangefochten an der Spitze liegt diesbezüglich Italien, gefolgt von Spanien und Frankreich. Bei den 1.000 Deutschen, die im Jänner (ungestützt) befragt wurden, folgten dahinter Deutschland, Spanien und Frankreich; bei den 1.000 befragten Österreicherinnen/Österreichern Spanien, Frankreich und Griechenland. Gestützt befragt lag Österreich bei den Deutschen auf Platz 6 und bei den Österreicherinnen/Österreichern auf Platz 2 – ganz oben wieder Italien.
Wirtshauskultur wichtig
Die Produktqualität und die Saisonalität in der österreichischen Küche sähen die Deutschen noch nicht so stark, schlussfolgert Sicking. “Österreich ist stärker als gedacht – es ist nicht Pizza und Spaghetti, sondern sie hat viele, viele Facetten, die österreichische Kulinarik”, betonte er. Die alpine Küche und die Weinregionen seien top, Wirtshausbesuche beliebt. “Wirtshauskultur ist ein gutes Positionierungsthema.” Das gilt allerdings nur für bestens gebuchte Regionen. Auf dem Land steht in Österreich vielerorts das Wirtshaussterben auf der Tagesordnung.
(APA/red)