Venedigs Tourismuskrise

Airbnb und Co. vertreiben Venezianer aus ihren Zuhause.
© Pexels

Venedig steht vor dem Kollaps, hauptsĂ€chlich bedingt durch eine ĂŒberwĂ€ltigende Welle des Massentourismus. Insbesondere der rasante Anstieg von Kurzzeitvermietungen hat diese Problematik weiter verschĂ€rft. Besonders betroffen ist die Altstadt, da besonders dort immer mehr Wohnungen von Airbnb-Betreibern aufgekauft werden. Diese Entwicklung fĂŒhrte dazu, dass im Dezember die Anzahl der Touristenbetten die Einwohnerzahl ĂŒberstieg.

Mittlerweile gibt es in der Altstadt Venedigs 50.016 GÀstebetten und 49.211 Einwohner. Dies gab der Verband Venessia.com auf Basis von Daten des stÀdtischen Standesamtes bekannt.

Venedig braucht einen sofortigen Aufnahmestopp fĂŒr Touristen, die Zahl der Betten muss begrenzt werden“, sagte Matteo Secchi von Venessia.com. Die Plattform will den ansĂ€ssigen Venzianern rund um deren Probleme und Sorgen eine Stimme verleihen.

In den vergangenen Monaten sei die Zahl der Kurzzeitvermietungen sprunghaft angestiegen. Damit stehen 800 zusĂ€tzliche Betten zur VerfĂŒgung, wĂ€hrend die Bevölkerung immer hĂ€ufiger auf das Festland ausweicht. Nicht zuletzt verteuert der Massentourismus vieles, er erschwere auch das Leben im historischen Zentrum, beklagte Secchi.

Sowie die Eröffnung von SouvenirlĂ€den durch eine Verordnung unterbunden wurde, wĂ€re es auch sinnvoll, die Ausbreitung von Kurzzeitvermietungen einzuschrĂ€nken. Auch weil diese Strukturen oft von Personen von außerhalb der Stadt verwaltet werden, wĂ€hrend die Bewohner die Last der damit verbundenen Unannehmlichkeiten tragen“, sagte der gebĂŒrtige Venezianer Secchi. Ein Problem, welches schon seit mehreren Monaten international diskutiert wird.

Die Stadt plant, ab dem kommenden FrĂŒhjahr an bestimmten Tagen und Wochenenden Eintrittsgelder von fĂŒnf Euro fĂŒr Tagestouristen zu erheben, um den Zustrom zu kontrollieren. Einheimische, Immobilienbesitzer in Venedig, Studenten und Arbeitnehmer sind von dieser Regelung befreit. Es gibt Ausnahmen fĂŒr bestimmte Gruppen wie Kinder unter 14 Jahren und Behinderte, die jedoch keine Zahlung, sondern eine Buchungsverpflichtung haben.

APA/Red.

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