„Weihnachtszuckerl“

Wer am Wochenende im stationären Wiener Handel einkauft, dem winken Gastro-Gutscheine
©APA/HERBERT NEUBAUER

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und WKW-Präsident Walter Ruck (ÖVP) am Mittwoch, 15. Dezember 2021, im Rahmen der Pressekonferenz „Vorweihnachtliche Unterstützung für Handel und Gastro“

Der Wiener Handel und die Gastronomie sind aufgrund des Lockdowns aktuell sehr angeschlagen. Um den Betrieben unter die Arme zu greifen, setzt die Landesregierung erneut auf Gastro-Gutscheine. Im Wert von ingesamt 4 Millionen Euro verlost sie gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien künftig Gutscheine für alle, die am kommenden Wochenende im stationären Handel in Wien einkaufen gehen und ihre Rechnungen einreichen.

Die Förderaktion mit dem Namen „Weihnachtszuckerl“ wurde am gestrigen Mittwoch von Bürgermeister Michael Ludwig, Finanzstadtrat Peter Hanke sowie Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt. Sie sei ein „Zeichen der Wertschätzung an den Handel, die Gastronomie und an all jene, die mit ihren Weihnachtseinkäufen bisher gewartet haben“, so Bürgermeister Michael Ludwig.

Sonntagsshopping

Am kommenden Wochenende sind die Geschäfte ausnahmsweise auch am Sonntag geöffnet. Dem Handel und der Gastronomie, die durch den Lockdown um einen großen Teil des Vorweihnachtsgeschäfts umgefallen sind, soll die Möglichkeit gegeben werden, zumindest einen Teil der entgangenen Umsätze wieder aufzuholen. Ein Präzedenzfall für weitere Sonntagsöffnungen soll nicht geschaffen werden, sagte Ludwig am Mittwoch bei der Pressekonferenz. „Es ist keine Premiere, es ist ein einmaliges Ereignis“, so der Bürgermeister. Auch Ruck sagte, dass dieses Wochenende ein anlassbezogener Einzelfall sei, generell könne sich die Wirtschaftskammer in puncto Sonntagsöffnung aber schon mehr vorstellen.

Wer also an der „Weihnachtszuckerl“-Aktion teilnehmen möchte, muss am 18. und 19. Dezember etwa in einem Wiener Geschäft einkaufen. Der Einkauf muss im stationären Handel stattfinden – und zwar in einem Geschäft, dass während des Lockdowns geschlossen hatte. Supermärkte, Drogerien, Apotheken oder dergleichen sind also von der Aktion ausgenommen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 16 Jahren, die ab dem 20. Dezember ihre Rechnung einreichen. Wird die Rechnung bei der Verlosung gezogen, werden mindestens 50 Prozent der Rechnungssumme (maximal aber 100 Euro) in Form von Gutscheinen für die Wiener Gastronomie zurückgezahlt. Die Gutscheine werden dabei in Werten zu je 25 Euro gestückelt.

Insgesamt können dank des Budgets von 4 Millionen Euro mindestens 40.000 Gutscheine vergeben werden. Die Verlosung werde dann im Jänner unter notarieller Aufsicht stattfinden. Dieses Tombolaverfahren sei vor allem deswegen gewählt worden, weil davon auszugehen sei, dass deutlich mehr Rechnungen eingereicht werden als Mittel zur Verfügung stehen, so Wiener Bürgermeister Michael Ludwig.

Durchschnittlicher Umsatz erwartet

Wirtschaftskammer-Präsident Ruck geht davon aus, dass am kommenden Wochenende rund 40 Millionen Euro umgesetzt werden – und zwar nur im Non-Food-Bereich. Das klingt vielleicht hoch, ist aber heruntergerechnet etwas weniger als ein durchschnittlicher Einkaufssamstag, der etwa 22,5 Millionen Euro bringt. Als Grund dafür gibt man an, dass die Gastronomie in Wien erst am Montag, dem 20. Dezember wieder öffnet. Deswegen ist damit zu rechnen, dass die Einkaufsströme sich eher nach außerhalb der Hauptstadt verlagern. Genau das will man mit der Aktion versuchen zu verhindern.

Die FPÖ kritisiert die Aktion in einer Aussendung, da vier Millionen „viel zu wenig für die Verluste, die tatsächlich eingefahren wurden“ seien. „Diese Summe ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein“, so FPÖ-Stadtrat Dominik Nepp. Er und der Wiener FPÖ-Wirtschaftssprecher Udo Guggenbichler fordern die sofortige Öffnung für Lokale und Hotels sowie die Beendigung des Lockdowns für Ungeimpfte.

Weitere Informationen zur Aktion unter wiener-weihnachtszuckerl.at

APA/Red.

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