Wizz Air unter Druck

Investoren drohen mit Ausstieg bei Gewerkschaftsverbot
© Pixabay

Die Airline Wizz Air wird von Investoren unter Druck gesetzt, um einer Gewerkschaft zuzustimmen

Die ungarische Fluglinie Wizz Air steht unter Druck: 14 Investoren haben der Billig-Airline ein Ultimatum gestellt. So soll die Gesellschaft den Beschäftigten die Gründung von Arbeitnehmer-Vertretungen erlauben. „Wenn das Unternehmen nicht reagiert und Gewerkschaften nicht offiziell anerkennt, besteht unsere einzige Möglichkeit darin, unsere Beteiligungen zu verkaufen und das Unternehmen auf unsere Ausschlussliste zu setzen“, hieß es in einem Brief der Investoren. „Unsere Botschaft für das Unternehmen ist klar. Wir werden bis zum 20. Dezember warten und wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden, ist mit einem Ausschluss zu rechnen.“

Die Gruppe an Investoren erklärte, die Freiheit der Arbeitnehmer sich zu organisieren, sei in einer Reihe globaler und regionaler Konventionen und Gesetze verankert. So sollen Untersuchungen darauf hinweisen, dass Wizz Air den Mitarbeitenden an der Ausübung ihrer Rechte hindere. Sollte der Vorstand der ungarischen Fluglinie nicht gewillt sein, dies zu ändern, werde sein Fonds seinen Anteil aufgeben. Das kündigte Jens Munch Holst an, Vorstandschef der AkademikerPension. „Bei der Achtung der Arbeitnehmerrechte geht es letztendlich auch darum, sich um die Sicherheit der Passagiere zu kümmern“, so Holst.

Zudem wiesen die Anleger auf einen kürzlich veröffentlichten Whistleblower-Bericht hin, in dem Bedenken zur Flugsicherehit wegen Übermüdung der Piloten geäußert wurde. Wizz Air war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bereits im April hatte die Billig-Airline Forderungen von Gewerkschaften in Italien abgelehnt, mit ihnen einen Arbeitsvertrag zu vereinbaren. Man teilte dem Arbeitsministerium des Landes mit, ohne Gewerkschaft arbeiten zu wollen. Im Sommer 2020 wurde Vorstandschef Jozsef Varadi in einem Anlegerbrief aus einem Interview zitiert, das Unternehmen halte „überall Gewerkschaften fern“, da sie „das Geschäft zerstören.“

APA/ Red.

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